gv – Grüner Veltliner, 2013, Christoph Hess

_D4_2562 GVIn der Nase pfeffrig herbal, würzig subtil. Am Gaumen würzig, fruchtig und knackig frisch; füllige Gesamtstruktur mit passendem Säuregerüst. Der lange Abgang ist ebenfalls gut strukturiert und bereits erstaunlich gut ausgewogen, mit einigen charmanten Ecken und Kanten. Der Nachklang hinterlässt Verwunderung im positiven Sinn, so viel Veltliner, dort wo man ihn nie vermuten würde, das klingt gut und animiert zum nächsten Schluck. Ein Wein mit Potential, mit dem Versprechen gut zu reifen, um auch in der Zukunft für Trinkgenuss zu sorgen!
Der Grüner Veltliner ist mit Sicherheit nicht die Paradesorte im Seewinkel, aber wenn sich die Rebstöcke in einer optimalen Lage befinden und der Winzer diese Sorte zu würdigen weiß, sind angenehme Überraschungen garantiert. Da dieser Grüner Veltliner als solcher erkennbar ist, dem Sortencharakter entspricht, klar und reintönig ist, gebühren ihm drei wohl gemeinte Spirits. Die Finesse, die ich mir von einem Veltliner erwarte, hat er nicht ganz, sein Terroir ist eben der Seewinkel, daher keine 4 Sterne.
Von seinen Eltern übernahm Christoph Hess gerade mal einen halben Hektar Weingarten, daher pflanzte er einen halben Hektar dazu und pachtete noch weitere 1,8 Hektar. Aktuell bewirtschaftet Christoph Hess knapp 4,5 Hektar. Der Jungwinzer, geboren 1989, legt viel Wert auf Sortentypizität, Terroir und Charakter seiner Weine. Wie er selbst sagt, braucht es für guten Wein reifes und gesundes Traubenmaterial, was nur durch sorgsame Arbeit im Weingarten erzielt werden kann. Lockerer Stockaufbau und entsprechende Mengenreduktion sind für ihn ebenso selbstverständlich, wie eine sorgsame händische Lese und sauberste Arbeit im Keller. Seine Rebstöcke befinden sich in den besten Lagen rund um Neusiedl. So wie bei der Standortwahl für die Rebstöcke, wird auch im Keller nichts dem Zufall überlassen, vergoren wird ausschließlich mit Reinzuchthefen. Das Pressverfahren erfolgt im geschlossenen System mit Inertgas, wodurch der Pressmost vor Oxydation geschützt wird und Farbe und sortentypische Aromen erhalten bleiben. Bei einer Betriebsbesichtigung wird dem Besucher sofort bewusst, dass akribische und saubere Arbeitsweise, sowie Bodenständigkeit und Terroir für Christoph Hess von höchster Wichtigkeit sind. Jeder der sechs aktuellen Weine verfügt über Eigenständigkeit, alle haben ihren ganz besonderen Charme und sie haben eine Gemeinsamkeit, sie trinken sich hervorragend!
Verkostet im Februar 2015
Text: Andy Bigler
Bild: Hess
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