Gudrun Grill. Talent und Intuition.

Gudrun Grill, WagramWorum es hier nicht geht lässt sich leicht vorausschicken. Es geht nicht um industriellen Weinbau und es geht nicht um eventuelle Fragen des Maschineneinsatzes im Weingarten. Es geht auch nicht um Aspekte des Bio-Weinbaues, nein, hier geht es um eine gute Mitte. Keine Extratouren. Keine Ausritte in unbekanntes Gebiet. Einfach nur Qualitätsarbeit und das, was der Weingarten in diesem Jahr hergibt. In die Flasche gefüllt.

Wer hier in Fels am Wagram den Weinhof Grill besucht, findet einen Familienbetrieb vor, der von einem erfolgreichen Vater-Tochter-Gespann geführt wird, geleitet von der jungen, durchsetzungsfreudigen Winzerin. Ein Familienbetrieb im besten Sinne; hier hat alles Platz was zum Leben gehört, die Kinder, die Familie, die Arbeit, der Wein. Gudrun Grill ist eine Meisterin darin, fest an ihrem Platz  in der Mitte der Familie zu stehen, dort wo sie im Büro den Vertrieb des Hofes managed, dort wo sie für die Familie, für die Kinder da ist, dort wo sie im Keller die Federführung am neuen Jahrgang hat.

Den Grundstein für den heutigen Erfolg hat schon die vordere Generation gelegt. „Die Handschrift des Winzers ist immer das durchgängige Zusammenspiel von Allem. Dazu gehört auch, dass mein Vater seinerzeit schon die richtigen Weingärten gekauft hat.„, erläutert die junge Winzerin lächelnd und führt weiter aus: „Viele kleine Detailentscheidungen sind das Andere. Aber nur die Gesamtheit macht die Handschrift aus.“ Heute sind Lagen mit so klingenden Namen wie Scheiben, Wora, Hammergraben oder Brunnthal Teil des Hofes und der Vater, der heute mit seiner viele Jahre währenden Erfahrung für die Weingärten verantwortlich zeichnet, trägt die Linie seiner Tochter mit Stolz mit. Überhaupt scheinen Vater und Tochter eine besondere Beziehung zu haben, die beiden stehen sich nahe, der Begriff Zusammenarbeit wird hier wörtlich verstanden.

Gudrun Grill, WagramWer sich im gemütlichen Verkostungsraum umsieht, findet an der Wand so manche Auszeichnung verschiedenster Magazine und Juries. „Das ist nicht der Grund, warum ich es mache. Aber es ist eine schöne Anerkennung und tut gut.“, erzählt die Winzerin mit stolzem Seitenblick auf die ausgestellten Urkunden. Für sie war die Berufswahl nicht immer so klar, letztendlich hat sie im Weinbau aber durchaus ihre Bestimmung gefunden. Und das ist auch gut so, denn dass die umtriebige  Weinmacherin großes Talent besitzt, wird spätestens klar, wenn man sieht mit welcher Leichtigkeit ihr die Arbeit im Keller von der Hand geht. „Spätestens wenn die Trauben nach der Lese in unseren Keller kommen, spätestens von da an habe ich eine genaue Vorstellung davon, was wir damit machen.„, erklärt sie versonnen. Und dabei geht sie mit beeindruckender Intuition und Zielstrebigkeit vor. Die neueste Kellertechnik ist da für sie nicht so wichtig, wie die traditionelleren Vorgehensweisen. „Ich muss nicht immer die letzten Entwicklungen im Keller mitmachen, und mit den technischen Details beschäftige ich mich nicht mehr als notwendig. Die Säure- und Zuckerwerte merke ich mir nicht. Für mich heißt es, wenn es schmeckt, ist es gut.“, erklärt die junge Weinmacherin leidenschaftlich. Und das spricht für sich, denn der Weinhof Grill liefert zuverlässig in jedem Jahr wieder gleichbleibend hohe Qualität; cremige und fruchtige Weine. Nur der Jahrgangsunterschied muss bestehen bleiben, das ist nur ehrlich.

Den zweiten Teil des Winzerportraits lesen Sie heute nachmittag hier.

Bilder: Grill

 

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