Grüner Veltliner Strassertal, 2011, Johann Topf

johanntopf3Im Glas sehr zartes Goldgrün mit bernsteinfarbenen Reflexen. In der Nase zuerst Gemüsesuppe und Kandis, nach einer kurzen Belüftung Blütenhonig und Birne. Am Gaumen viel Zitrone, grüner Apfel, recht knackige Säure, durch den Säurebogen recht breit, etwas eindimensional, gegen Schluss Bitterstoffe, ein Anflug von Pfeffer, eher kurz.

Die Haltung der Runde zu diesem Veltliner ist etwas ambivalent. Einerseits wirkt er ein wenig eindimensional und hat einen wirklich kräftigen Schuss Säure, andererseits könnte man auch einfach sagen er ist ein einfacher, geradliniger 12-Prozenter, der auch gar nichts anderes sein will. Und genau genommen ist Zweiteres ja auch eine Qualität und als solches ist er durchaus knackig, frisch und sauber und verdient auf jeden Fall die beiden vergebenen Spirits. Ein Terrassenwein, ein Sommerwein, wenn man so will. Und so ist er auch eine Kaufempfehlung: Kosten unter € 10,- Der Wein spiegelt einen Querschnitt des Terroirs des Strassertales wider, Urgestein, Schotter und Schiefer. Und damit ist er zumindest ein höhst authentischer Vertreter des Strassertales.

Das Weingut ist seit 1990 unter der Leitung von Johann Topf, seit den 1960er Jahren bereits hatte dessen Vater das Sagen. Im Familienbesitz befindet es sich schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Der jetzige Chef hat das Weingut im Laufe der Zeit auf die heutigen 46 ha erweitert. Die große Leidenschaft des Winzers wird in seinen Produkten durchaus spürbar und in dem 400 Jahre alten Keller darf der Wein langsam und unter professioneller Führung reifen. Das Weingut ist mit einigen anderen Kamp-, Krems- und Traisentaler Winzern Mitglied im Österreichischen Traditionswinzerverband und dessen Qualitätskriterien unterworfen, die sich in erster Linie auf die Lagen und deren Zertifizierung beziehen.

Verkostet, am10.10.2012
Bild Johann Topf

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