Grüner Veltliner Mukenthal, 2011, Jutta Ambrositsch

Jutta Ambrositsch, WienIm Glas mittleres Goldgelb, zarter grüner Stich, kräftige hellgoldene Reflexe. In der Nase rauchige Töne und frische Trauben, mit Luft viel Exotik und süße gelbe Früchte, Zimt, etwas Blütenhonig. Am Gaumen sehr ausgewogen mit Honigbanane, kandierter Apfel, dunkle Würze, traubige Avancen, etwas Birne, dicht und cremig, stoffig, sehr fein gewürzt und mit zarter Säure unterlegt, Kräutertee am Schluss, elegant und nicht zu breit, lange im Mund.

Selten hatten wir so einen kräftigen und dabei so leichten Veltliner am Tisch. So ausgewogen, so zart und doch so bestimmt. Ein guter Schuss Restsüße wird alle Fans der knochentrockenen Fraktion wohl vergraulen aber man kann ihn auch extraspannend finden – wenn man will. Die Verkosterschaft ist völlig uneins, dieser Wein polarisiert, wahrscheinlich polarisiert die Winzerin in ihrer Gesamtheit. Nach langen Diskussionen einigt sich die Runde auf vier Spirits und eine große Kaufempfehlung. Kaufen Sie ihn, vielleicht lassen Sie ihn noch einige Zeit ruhen, er würde es danken – oder machen Sie ihn auch einfach auf und trinken Sie ihn genüsslich. Er hat es verdient. Und Sie doch auch.

Jutta Ambrositsch ist eine junge Winzerin im Herzen der österreichischen Weingebiete, in Wien. Ein wenig hat sie den Status, ja fast Habitus eines Geheimtipps und ja, siehe da, ihre Weine sind wirklich außergewöhnlich. Sie bebaut etwa 2,5 ha Weingärten in Sievering, Grinzing und am Nussberg. Damals als sie begonnen hat, hatte sie das große Glück auch alte Weingärten zu bekommen. Was ihr und ihren Weinen nun sehr zugute kommt. Eine außergewöhnliche Frau, wir haben mit ihr gesprochen.

Verkostet, am 15.6.2013
Bild:  Abrositsch, Götz Schrage

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