Grüner Veltliner Kremser Weinberge, 2011, Türk

Weingut Türk,. KremstaLIm Glas kräftiges Gelbgrün, goldene Reflexe. In der Nase etwas Apfel, helle Wiesenkräuter, Honigmelone, etwas Banane und Kandis. Am Gaumen wieder Honigmelone, saftige gelbe Frucht, etwas Apfel und auch Limone, von viel Mineralik getragen, schlank und gedrechselt, gelungen und elegant, Gegen Schluß weißer Pfeffer, Sehr lang im Mund.

Sehr schön, Herr Türk. Solche Veltliner brauchen wir öfter. Ein klarer Favorit und ein klarer Träger der vier Sterne Auszeichnung. Schön trinkreif und fruchtig fügt er sich in das so positive Gesamtbild der Kremstaler Veltliner, die auch hier wieder zeigen welche Sterne man vom Veltliner-Himmel holen kann. Apropos Sterne, die Verkosterrunde hat hier für vier Spirits votiert. Kaufempfehlung? Ja, aber natürlich, unbedingt. Er ist nicht umsonst ein Sieger der Falstaff Kremstal DAC Trophy. Kosten, unter € 15,- aber er ist ganz sicher noch viel mehr wert. Unbedingt probieren! 🙂

Das Weingut Türk besteht seit dem frühen 18. Jahrhundert und im Grunde sieht Franz Türk seine Berufung darin im Einklang mit der Natur auf etwas 15 ha die heimischen Sorten zu kultivieren und zu pflegen. Weder die schnellen Jungweine noch die großen und vielleicht zickigen Diven will er machen – er macht Weine die leben. Und auch leben lassen. Den Weinliebhaber und -trinker nämlich. Und gut. Zitat Franz Türk: „Das Bewußtsein der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen durch eine nachhaltige und naturnahe Produktion ist ein wesentlicher Gesichtspunkt bei allen Entscheidungen im Umgang mit unserem wohl wertvollstem Gut – der Natur.“ Das klingt so wie seine Weine sind. Nachhaltig und dabei komplex, geschliffen und dabei anspruchsvoll.

Verkostet, am 5.11.2012
Bild: Türk

Spirits:

4 comments on “Grüner Veltliner Kremser Weinberge, 2011, Türk

  1. Nicht bös sein!

    Würde ich Wein aufgrund von Weinbeschreibungen und Statements der „Fachpresse“ bestellen und/oder kaufen, dann wäre dieser GV mit Sicherheit nicht dabei, denn ich will bei einem GV weder Banane noch Kandis riechen und Limone am Gaumen würde ich auch nicht wollen. Ach ja und ganz zum Schluss kommt dann der Weiße Pfeffer. Der ist meines Erachtens das Aushängeschild jedes guten GV und wenn er typisch ist der GV dann riech ich das im Normalfall bereits und am Gaumen wird’s dann würzig pfeffrig.

    Sollte ich wirklich Banane, Kandis und sonst was „Unösterreichisches“ bei der Verkostung eines GV riechen oder schmecken, dann kann das bestens Falls ein guter Wein sein, aber kein typischer Grüner Veltliner.

    Wir hatten den 2011er GV Kremser Weinberge vom Türk erst kürzlich bei einer Verkostung und da war glücklicher Weise nichts von dieser ganzen „Exotik“ zu bemerken …..

    • Ich freue mich immer über Rückmeldungen unserer Leser. Gott-sei-Dank sind die Geschmäcker und die Gaumen verschieden – und auch die Ansprüche. Was der Eine in einem Veltliner nie bemerken möchte, findet der Andere interessant und spannend.
      Danke in jedem Fall für diesen sehr entschiedenen Kommentar.

      • Ich danke für’s „NICHT beleidigt sein“. Aber ich finde eben, dass ein Wein der mit seiner Sortenbezeichnung am Etikett angeführt wird, auch die ursprüngliche Typizität und Bodenständigkeit zeigen soll.

        Ein GV, der z.B. die Bezeichnung „Mystic“ (ist mir gerade eingefallen) trägt, der darf mit allen möglichen Überraschungen aufwarten, so lange es keine Fehltöne sind.

        Aber ein „Lagenwein“ mit Sortenbezeichnung sollte auch die ursprünglichen Sortenmerkmale haben!

        Aber es sind eben nicht nur Geschmäcker sondern auch Meinungen verschieden *gg*

        • Das kann ich nur zurückgeben, Danke fürs Nicht-Beleidigt-Sein.
          Ich bin immer froh, wenn man die Diskussion weiterführen kann.

          herzliche Grüße
          Gregor Klösch

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