Grillerlebnisse und was Wein tun kann.

GrillplankeWein wird beim Grillen meist nur zum Trinken serviert, zum Beispiel ein Weißer Burgunder zum Lachs oder eine Bordeaux zum Rindersteak. Das muss aber nicht das Einzige feurige Einsatzgebiet des Weines sein. Wie und in welchen Formen man Wein rund ums Grillen noch verwenden kann, werden wir hier aufzeigen.

Ein selbst mariniertes Stück Fleisch oder eingelegte Spareribs, was gibt es besseres auf dem Grill? Hierzu eignet sich hervorragend TawnyPortwein. Mit seinem süßen leicht nussigem Aroma läßt er sich gut als Gegenpart zur markanten Worcestersoße einbringen, um die Marinade abzurunden und ihr einen einzigartigen Geschmack zu verleihen. Zum Verfeinern von Dips und Soßen eignet sich so gut wie jede Weinsorte je nach Geschmack und Säure die ich dem Gericht geben möchte. Sei es eine Paprika-Schmand-Sauce mit trockenem Weißwein oder ein Honig-Senf-Dip mit einem halbtrockenen Rotwein. Alles ist richtig.

Ein ganz besonderes Grillerlebnis ist das Grillen auf der Holz-Aromaplanke. Die Holzplanken, meist aus Zedernholz, müssen vor der Benutzung mindestens eine Stunde in Wasser eingelegt werden, um die Planken vor dem Verbrennen zu schützen. Gleichzeitig schützt die beim Erhitzen abgegebene Feuchtigkeit das Grillgut vor dem Austrocknen und verleiht ein zusätzliches Aroma. Um dieses Aroma noch zu verstärken, kann man bei der Wässerung der Holzplanke zusätzliche ein Glas Weißwein hinzugeben. Die Säure des Weines harmoniert dann sehr gut mit Lachfilet oder anderen Fischgerichten die auf der Planke gegrillt werden. Dabei wird der Fische mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern gewürzt und mit Zitrone beträufelt. Anschließend mit der Hautseite auf die Holzplanke legen und ca. 12 – 15 Minuten je nach Größe und Dicke des Fisches bei 110 – 120 °C  indirekt grillen: Der Fisch sollte in der Mitte noch glasig sein dann ist er Perfekt.

Ein weiteres Einsatzgebiet des Weins – im weitesten Sinne – in diesem Zusammenhang ist das Grillen mit der Weinrebe. Feine Rebenabschnitte bilden die Grundlage für ein gesundes und extrem aromatisches Grillvergnügen. Vorteile dieses Energieträgers ist das leichte Anzünden da auf chemische Anzünder und geschmacksbeeinträchtigende Brennhilfen komplett verzichtet werden kann. Der Temperaturverlauf ist geradezu idealtypisch zum Grillen und eignet sich für alle Arten von Fleisch, Fisch und Gemüse. Außerdem kann man den Geschmack mit Räucherchips aus Rebenabschnitten oder alten Barriquefässern, die auf die Glut gegeben werden, verbessern. Hier sind wir aber schon beim Thema Indirektes Grillen und Smoken, dabei wird das Grillgut durch die große Rauchentwicklung der genannten Materialien veredelt. Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Arbeit mit Wein, in welcher Art und Form auch immer, ein sehr großes und interessantes  Gebiet beim Grillen abdecken kann. Es macht viel Spaß und vor allem, es birgt eine Vielzahl von neuen Geschmackserlebnissen.

Text: Patrick Schmehl, Grillpapst 
Bild: Grillpapst

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