Grauburgunder Rose „Orange Wine“, 2013, Erich Machherndl

PortraitEM KopieRose!? Durch die lange Standzeit und die Maischegärung kommt die rötliche Farbe der Trauben ins Spiel. Der Farbton könnte eher als „Dunkelrose“ definiert werden. Der erste Geruchstest verwirrt ein wenig und präsentiert sich vielschichtig; erdig, subtil, burgundisch, PInot rot, Pinot weiß, kräutrig, Wiesenhonig, zarte Gerbstofftöne. Am Gaumen ist der Grauburgunder erkennbar. Das Gaumenspiel präsentiert sich ein wenig gerbstofflastig, mit Kraft und Würze und einem Hauch von roten Beeren. Erstaunlich harmonischer, runder Abgang, der durch angenehme Länge überzeugt. Der Nachklang ist ebenfalls beeindruckend lang und hinterlässt einen charmanten Eindruck. In jedem Fall animiert er zum nächsten Schluck.

Ein sehr interessanter, charaktervoller Wein, mit dem man sich befassen sollte. Der einzige Wein aus dem Hause Machherndl, der verstanden werden will. Aber durch seinen Charme lässt sich dieses Verständnis relativ leicht aufbringen.

Da es sich um einen „Sonderwein“ handelt und sich die Art dieses Weins doch stark von allen anderen abhebt, finde ich persönlich nicht die passenden Kriterien um eine gerechte Anzahl an Spirits vergeben zu können. Daher sage ich einfach nur: „ein sehr bemerkenswertes Schmankerl“.

Acht Hektar Rebflächen in den besten Lagen rund um Wösendorf in der Wachau werden bewirtschaftet, selbstverständlich ökologisch schonend, nach den Vorgaben des naturnahen Weinbaus. Sortentypisch, unverkennbar Machherndl, unverkennbar Wachau. War es Anfang der 90er Jahre noch Erich Machherndl Senior, der das richtige Gespür für das Zusammenspiel aus Natur und Fachwissen eines Weinbauern auslebte und in Flaschen füllte, ist es nun seit 1998 Erich Junior, der für den Betrieb verantwortlich zeichnet. Seit 2002 ist er der offizielle Betreiber und Kellermeister des Familienweinguts. Damals wie heute ist es ein großes Anliegen, typische Wachauer Weine mit Machherndl Charakter zu keltern. Uniformer Mainstream ist nicht ihr Geschäft. Erich jun. ist kein “Weinmacher”, er ist Handwerker und Winzer oder besser gesagt, Wachauer Weinbauer, der das Angebot der Natur positiv zu nützen weiß, im Keller äußerst sauber arbeitet und auf den Einsatz uniformierender Technologien verzichtet. Wir haben bereits ausführlicher hier berichtet!

Text: Andy Bigler
Bild: Machherndl

Verkostet am  20.12.2014

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