Gesunder Zucker?

Zuckeralternativen und Co. Was könnte man denn ansonsten zum Süßen nehmen?Gibt es überhaupt gesunde Zuckeralternativen? Wir versuchen ja schon seit einiger Zeit dem Thema etwas näher zu kommen. Hier haben wir nun eine kleine Übersicht. Sehen Sie selbst.

Stevia
Stevia, auch Süß- und Zuckerkraut genannt, wird aus Blättern der aus Südamerika stammenden Pflanze Stevia Rebaudiana gewonnen. Es weist eine höhere Süßkraft als normaler Haushaltszucker auf, besitzt aber nahezu keine Kalorien und beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht, ist also somit auch gut für Diabetiker geeignet. Die Annahme, dass Stevia eine Wunderpflanze und natürlicher als andere Zuckervarianten ist, ist allerdings ein Irrtum – es gibt ein langwieriges chemisches Verfahren, bei dem die Süßstoffe Steviogylkoside von den wertvollen Inhaltsstoffen der Pflanze getrennt werden. Ein Tipp für alle Experimentierfreudigen: Der Zuckerersatz lässt sich nicht allzu schwer selbst zubereiten. Und zwar ganz ohne Chemielabor.

Kokosblütenzucker
Dieser Zucker wird aus dem Nektar der Kokospalme mit einfachem Verfahren gewonnen und ist somit vollkommen rein. Er zählt zu den niedrig-glykämischen Lebensmitteln und reduziert somit das Risiko für Diabetes und Insulinresistenz. Des Weiteren ist Kokosblütenzucker aufgrund seiner wichtigen Mineralstoffe und Spurenelementen, wie Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und mehr, eines der nährstoffreichsten und somit gesündesten Süßungsmittel.

Xylit
Xylit, auch Xylitol oder Birkenzucker genannt, schmeckt fast gleich wie normaler Haushaltszucker, hat aber weniger Kalorien. Hergestellt wird dieser meistens aus Birkenholz oder auch aus Mais. Bei der Herstellung aus Mais sollte darauf geachtet werden auf welche Weise der Mais angebaut wird – Stichwort Gentechnik und Pestizide. Selbst unser Körper ist im Stande dazu Xylit beim Abbau von Kohlehydraten in der Leber zu bilden (täglich bis zu 15Gramm), was den Vorteil mit sich bringt, dass unser Körper den zugenommen Zucker einfach erkennt und somit auch leichter verwerten kann. Etliche Studien belegten auch, dass Xylit eine positive Wirkung auf Zahnbelag und Karies hat. Einziger Wermutstropfen: Xylit kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.

Ahornsirup
Ahornsirup entsteht beim Anzapfen eines Ahornbaums. Der gewonnene Saft wird dann aufgekocht und abgefüllt. Obwohl es sich somit um einen naturbelassenen Zuckerersatz handelt, sollte man beim Kauf trotzdem darauf achten nur zu Produkten zu greifen die auch tatsächlich zu 100 Prozent aus reinem Ahornsirup bestehen. Seine enthaltenen Substanzen können antioxidative und entzündungshemmende Wirkung zeigen. Isst man zu einer benötigten Antibiotikatherapie ab und zu ein Löffelchen Ahornsirup kann dies zu einer Reduzierung der Medikamentendosis führen, da Ahornsirup dafür bekannt ist die Antibiotikawirkung zu verstärken. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass Ahornsirup zwar mehr Nähr- und Mineralstoffe als herkömmlicher Zucker mitbringt, aber dennoch hauptsächlich aus Saccharose (umgangssprachlich Haushaltszucker) besteht und somit nicht viel figur- und gesundheitsfreundlicher ist als ganz normaler Zucker.

Yaconsirup
Diesen Sirup gewinnt man aus der Yacon Wurzel, die ebenso wie Stevia aus Südamerika stammt. Ihr Geschmack wird häufig mit dem des Honigs verglichen, ist aber nicht ganz so süß. Etwa die Hälfte des Fructosegehalts in der Wurzel der Pflanze bestehen aus Fructooligosaccharide (FOS) – unter FOS versteht man Präbiotika (nicht verdaubare Bestandteile, die den Körper aber günstig beeinflussen), die unseren gutartigen Darmbakterien als Nahrung dienen und so den Darm reinigen und das Immunsystem und die Gehirnfunktion stärken. Yaconsirup hat einen sehr niedrigen glykämischen Index und liefert viele wichtige Antioxidantien und Vitamine. Und für alle Abnehmwilligen: Studien haben belegt, dass Yacon eine stoffwechselanregende Wirkung aufweist, die bei einer Diät durchaus hilfreich sein kann. Dazu wird die Einnahme von 1 TL Yaconsirup vor jeder Mahlzeit empfohlen. Und von allen oben beschriebenen Zuckeralternativen ist Yaconsirup wohl die gesündeste zum herkömmlichen Haushaltszucker.

Text & Bild: Sarah Schrödl

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