Gesund mit Wein oder doch trotz Wein?

Gesunde Ernährung und WeinWas schreibt man als Ernährungsexpertin über dieses Thema? Es ist sensibel, es wird sehr emotional diskutiert und in den neuesten Ernährungspyramiden kommt vorsichtshalber gar kein Alkohol mehr vor. Und doch ist er in Österreich Teil des täglichen Geschehens. Soll man das Glaserl Wein, wie Herr und Frau Österreicher liebevoll sagen, also wirklich empfehlen, um Gesundheit zu fördern oder lieber nicht?

Ich tauche erst einmal ab in das weltweite Netz, um Eindrücke zu sammeln. Eines fällt auf: Die Suche nach Bildern zum Thema Bier spuckt vor allem Szenen wie Feste feiern, selbstbewusste Männer und sexy Frauen aus. Beim Wein ist das interessanterweise anders. Hier kommen die stillen Momente: Ruhe, Entspannung, romantische Zweisamkeit und Sonnenuntergänge. Wein wird also als gesünder empfunden oder dargestellt als Bier und ist für viele auch das elegantere Getränk. Lachen muss ich oft darüber, dass ich als Frau mit großer Treffsicherheit automatisch den einen bestellten Wein serviert bekomme, wenn mein Gegenüber ein Mann ist. Er bekommt mein Bier. Nur so.

Aber zurück zur Gesundheit, darüber wollte ich doch schreiben. Was kann an Wein ungesund sein? Der Tag nach übermäßigen Konsum zeigt es: Kopfweh, Übelkeit und Kreislaufschwäche sind nur einige Symptome, die zeigen, dass Alkohol als Gift wirken kann. Sein Brennwert ist außerdem hoch, er liefert unserem Körper also fleißig Kalorien. Mit ein Grund, warum reines Wasser das beste Getränk ist und Wein ein Genussmittel bleiben darf. Inzwischen gibt es auch histaminfreien, fructose- und schwefelarmen Wein. Für diejenigen, die trotz Unverträglichkeiten nicht auf ein Glas Wein verzichten möchten.

Die gesunden Effekte des Weines sind sicherlich die, die in der Werbung gezeigt werden. Das, was rundherum stattfindet. Die Lebensfreude und der Genuss gehören dazu. Wenn man es schafft, den Wein in Maßen zu genießen, ist er wohl nicht gesundheitsschädlich. Wie oft höre ich den Satz: „Mein Großvater hat geraucht und getrunken und ist trotzdem sehr alt geworden.“ Das stimmt. Im besten Fall ist der Opa dabei aber nicht unglücklich alleine zu Hause gesessen, sondern hat lange Spaß am Leben und vor allem nette Gesellschaft gehabt. Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe des Weines, die Phenole, die sehr reaktionsfreudig sind, zeigen eine positive Wirkung in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen. Der rote Wein hat bekanntlich mehr dieser Stoffe als der Weißwein. (Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Auch roter Traubensaft enthält diese Phenole!)

Mein Resumée: Die Menge macht das Gift, wie bei vielen Dingen im Leben, oder?

Text: Andrea Ficala
Bild: 123rf.com 

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