Gernot Schreiner. Kein schöner Land.

Teil I ist hier zu finden.

Gernot Schreiner, Rust

Im Weinkeller darf nur ein einziger Hand anlegen.

Wenn die Arbeit im Weingarten getan ist, wenn das gelesene  Traubenmaterial für gut befunden und endlich verarbeitet ist, wenn alle anderen erschöpft gegangen sind. Dann sehen wir Gernot Schreiner noch nachdenklich dort unten stehen. Hier im Keller gibt es nur einen der Hand anlegen darf, hier macht er alles selber. Gerade mal der eigene Vater darf hier unten aushelfen – natürlich nur nach genauen Anweisungen, denn der Qualitätsanspruch des Gernot Schreiner bedingt schonendste Verarbeitung. Dazu gehört beispielsweise, dem Wein bis zu fünf Tagen vor oder nach Vollmond keinen Stress zuzumuten. Kein Umpumpen, keine größeren Arbeiten. Konsequent.

„Je schonender wir mit dem Material umgehen, desto besser. Das Produkt dankt uns das.“, meint der junge Weinmacher während er mit berechtigtem Stolz durch den renovierten und in mehreren Stufen erweiterten Keller führt. Hier entstehen auf drei Ebenen die Gewächse, die rund 25.000 Flaschen, die aus den etwa 6 ha Weingärten des Familienweingutes pro Jahr erwachsen. „Offene Vergärung in kleinen Gebinden, da ist dann auch keine Kühlung notwendig. Das ist allein schon aus Kosten- und Umweltschutzgründen interessant.„, erklärt der Winzer. Das Traubenmaterial wird sofort vom Lesewagen weg verarbeitet – wieder ist schonend keine Option sondern eine Notwendigkeit für ihn. Das händische Unterstoßen ist da ein Muß und dafür steht er auch alle paar Stunden im Keller. Auch Nachts.

Gernot Schreiner, Rust

Das Weingut der Schreiners

Je leichter der Wein, desto älter das Holz. Und natürlich ist es Eiche. Und auch natürlich ist es aus Österreich. Denn Heimatverbundenheit gehört zu seinem Traditionsbewusstsein, auch wenn die Fässer nicht aus Rust kommen. Für die kräftigeren Herren wird auch gerne mal auf neues Holz zurückgegriffen. Und kaum 225, sondern meist 300 Liter Fässer. „Das macht den eleganteren Wein.“, erklärt Gernot Schreiner unprätentiös, „Bei uns hat das eine lange Tradition.“ Tradition hat überhaupt einen sichtbaren Stellenwert im Hause Schreiner. Denn das Haus hat eine 400-jährige Geschichte, die mit Weinbau geschrieben wurde. Und wie man es auch dreht und wendet, Winzer und Winzerin sind wie das Weingut selbst untrennbar mit dem Land verbunden. Denn die Weinstöcke stehen auf dem Land der Väter des Gernot Schreiner – sie tragen die Frucht der Generationen. Und das ist es, was man in seinen Weinen schmecken kann.

Fotos: martin@fueloep.com

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