Französisch für Anfänger. Goûtez la cuisine française.

Brie und CamemberBienvenue en France mes amis!  In mehreren Städten Frankreichs wie Paris, Bordeaux oder Lyon findet zurzeit die Fußball UEFA Europameisterschaft 2016 statt. Nach dem 2:0 Sieg über Albanien, stehen die Chancen für das französische Nationalteam gut, ins Achtelfinale aufzusteigen. Die Gefühle der Fans brodeln! Aber was brodelt eigentlich in den Töpfen der französischen Küche? Jeder weiß, dass Franzosen Baguette mit Fromaige (Käse) lieben und dann und wann auch mal gerne statt in die Schenkel einer schönen Frau, in Grenouilles (Froschschenkerl) beißen. Man möchte jedoch meinen, hinter der vielgerühmten französischen Hausmannskost stecke doch noch einiges mehr. Für alle fußballwütigen Fans, die in den nächsten Tagen gen Westen in die Stadt der Liebe aufbrechen, für alle Touristen, die aus anderen Gründen die Grande Nation besuchen, und für alle die einfach nur ein Interesse an der französischen Küche haben, haben wir uns da mal schlau gemacht.

Gutes Essen stellt fasst schon so etwas wie eine Lebensphilosophie der Franzosen dar. Frankreichs Küche in all ihren Facetten ist untrennbar mit der französischen Kultur verbunden und hat bereits seit dem 16. Jahrhundert den Ruf als einflussreichste Küche Europas gewonnen. Im 17. und 18. Jahrhundert erfreute sich zuweilen nur der europäische Adel zu Hof an den Delikatessen, Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die bis heute bekannte „Haute Cuisine“ und 2010 ernannte die Unesco das „gastronomische Mahl der Franzosen“ zum immateriellen Kulturerbe.

Wer der Meinung ist, französische Menüs bestünden aus viel zu vielen Gängen und teuerem Champagner, liegt nicht ganz falsch. Üblicherweise, ohne festlichen Anlass, besteht dort ein Menü zumindest aus drei Gängen, dem Entrée (einem kleinen Häppchen vorne weg um den Appetit der Gäste anzuregen), den Hors d’oeuvres (der richtigen Vorspeise) und der Plat principal (Hauptspeise). Handelt es sich allerdings um ein Festessen, können danach noch Käseplatte, Dessert und Kaffee dazukommen. Genau diese Masse an aufeinanderfolgenden Gerichten, macht es der französischen Küche in Österreich nicht gerade leicht. Bevor der urtypische Österreicher ein viel zu feines, unaussprechliches Gericht und das in einer äußerst komplizierten Reihenfolge bestellt, lässt er sich wohl doch lieber ein Schnitzel oder einen Schweinsbraten kommen. Da lässt sich gleich am Namen erkennen woran man ist. Trotzdem haben sich mittlerweile auch einige französische Delikatessen auf unsere alltäglichen Speisekarten geschlichen. Baguette und Croissant findet sich in jeder Bäckerei und auch Quiches und Crêpes sind längst nicht mehr unbekannt.

Gekocht wird in Frankreich am Liebsten mit regionalen Produkten und so hat jede Region ihre ganz eigenen Spezialitäten. Im Süden des Landes und an der Atlantikküste finden sich mediterrane Speisen. Ein Gläschen Pastis oder Calvados als Aperitif runden hier ein Mahl mit der berühmten Bouillabaisse, einer Fischsuppe mit verschiedenen Fischsorten, einem provenzialischen Eintopf mit Wein und Kräutern der Provence, Ratatouille oder Meeresfrüchten wie Austern, Crevetten, Venus- oder Jakobsmuscheln, ab. Für das Landesinnere, den Norden und die Gebirgsregionen sind eher deftige Gerichte mit Schlagobers-Soßen typisch. Hier finden sich Zutaten und Speisen wie etwa Escargots (Schnecken), Trüffel, Gänseleber, Quiche Lorraine (Lothringer Speckkuchen), Coq au Vin (Hahn in Weinsoße) oder Elsässer Flammkuchen ursprünglich mit Zwiebeln und Speck.

Neben der Zubereitung zahlreicher verlockender Hauptgerichten, haben die Franzosen jedoch noch einige andere kulinarische Talente zu bieten. Französische Weine und Schaumweine zählen zu den besten und teuersten der Welt und gehören einfach zu jedem Mahl dazu, aber hier möchte ich gar nicht zu weit ins Detail gehen. Für Käse ist Frankreich wohl so bekannt, wie Italien für Pizza. Über 1.000 verschiedene Käsesorten sollen hier ihren Ursprung haben, wobei wiederum in jeder Region eine ganz besondere Käsespezialität namhaft ist. So wie die Rhône-Alpes-Region und die Auvergne Heimat des Roquefort sind, is die Normandie beispielsweise bekannt für ihren Camembert. Hochwertige Käsesorten können, wie französische Weine, ebenfalls mit einem AOC-Siegel ausgezeichnet werden. Auch die französische Desserts lassen nicht viel zu wünschen übrig. Neben kleinen Leckereien wie Macarons oder Petit Fours, die sich an beinahe jeder Ecke finden, reicht die Spanne von den bereits erwähnten Crêpes, über Mousse au chocolat, Éclaires und Tartelettes bis hin zur allseits bekannten Crème brûlée.

Für alle die bald in den Genuss der französischen Küche kommen bleibt somit nicht mehr viel zu sagen als „Bon appétit!“.

Text: Marion Pertschy
Bild: 123rf.com

One comment on “Französisch für Anfänger. Goûtez la cuisine française.

  1. Super, good Job 👍

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