Essen gehört in den Magen. Nicht in den Müll.

SupermarktFrankreich hat mit dem seit Mai 2015 bestehendem Gesetz, das dem verschwenderischen Umgang von Lebensmitteln in Supermärkten entgegen wirken will, einen ersten mutigen Schritt gemacht und das Gesprächsthema Lebensmittelverschwendung wieder in den Vordergrund gerückt.

Tausende Tonnen Lebensmittel landen im Müll
Obwohl das österreichische Bruttosozialprodukt eines der höchsten und Österreich somit eines der reichsten Länder ist, steigt auch die Anzahl armutsgefährdeter Menschen rasant. Da kann einem bei dem Gedanken, dass in Österreich insgesamt bis zu 160.000 Tonnen an Lebensmitteln jährlich im Müll landen, durchaus übel werden. Hinzu kommt, dass die Hälfte dieses Mülls vermeidbar wäre, da es sich um noch original verpackte oder nur angebrochene Lebensmittel handelt, die sich in gutem Zustand befinden. Darunter findet man am häufigsten Obst und Gemüse, gefolgt von Milchprodukten, Brot und Fleisch vor. Der durchschnittliche Österreicher wirft damit umgerechnet sage und schreibe 300 Euro pro Jahr in den Müll. Das Lebensministerium hat sich das Ziel gesetzt, die Gesamtmenge dieser Abfälle bis Ende 2016 um 20% zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen setzt man auf das Engagement der Bevölkerung. In Wien engagieren sich zwar seit Jahren viele Organisationen, wie beispielsweise die Wiener Tafel, SOMA (Sozialmärkte) oder LE+O (Lebensmittel und Orientierung) gegen den verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln und die Verteilung an Bedürftigere, doch ist die Mithilfe jedes Einzelnen sehr wichtig um ein Zeichen gegen die heutige Wegwerfgesellschaft zu setzen. Es muss ja nicht gleich Dumpster Diven oder Wastecooking sein, bei denen man in Mülltonnen abtaucht, nach noch verwertbaren Lebensmitteln sucht und diese dann zubereitet.

Was kann man selber tun?
Schon mit einfach anzuwendenden Tipps schafft man es seinen Lebensmittelabfall zu verringern. Hilfreich wäre es zum Beispiel vor dem neuen Einkauf einen Blick in den Kühlschrank zu werfen, um nicht schon vorhandene Lebensmittel nochmals zu kaufen oder demnächst ablaufenden Lebensmittel eine vordere Reihe im Kühlschrank zu reservieren, um diese beim Öffnen zuerst zu erkennen und nicht auf sie zu vergessen. Ratsam wäre es auch nicht allzu hungrig einkaufen zu gehen; dann kann es schon vorkommen, dass man mit doppelt so viel nach Hause kommt als man eigentlich vorhatte und der Rest im Mülleimer landet.

Ein, jetzt auch in Österreich, boomendes Projekt nennt sich Foodsharing. 2010 in New York auf die Beine gestellt, gewinnt dieses immer mehr an Beliebtheit. Die Online-Plattform foodsharing.at ermöglicht eine Vernetzung von Menschen, die daran interessiert sind durch Spenden, Teilen und Tauschen zu verhindern, dass noch genießbare Lebensmittel einfach weggeschmissen werden. Durch kostenlose Online-Registrierung ist es möglich einen „Warenkorb“ ins Netz zu stellen in dem man die Produkte präsentiert die man selbst nicht essen möchte. Das Foodsharing-Konzept basiert auf verantwortungsbewusstem und ehrlichem Austausch; mit „Etiketten“ wird zum richtigen Teilen von Nahrungsmitteln gebeten – nicht gestattet ist zum Beispiel das Anbieten von hygienisch riskanten Lebensmitteln. Dazu gehören Produkte, die ein Verbrauchsdatum tragen, sowie Fisch, Fleisch und Eierspeisen. Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum werden akzeptiert, da auch nach Ablauf dieses Datums Lebensmittel zum Großteil genießbar sind. Seit 2013 konnten sich in Österreich schon über 13.000 Menschen für dieses Projekt begeistern und somit über 3 Millionen kg an Lebensmitteln „retten“.

Text: Sarah Schrödl
Bild: 123rf.com

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