Es gibt keine billigen Lebensmittel!

Schwein, Lebensmittel mit GenussAnlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober warnt Elisabeth Köstinger vom Ökosozialen Forum vor einem unverantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln: „Wir müssen uns klar gegen die Wegwerfmentalität stellen. Wenn 42 Prozent der Lebensmittelabfälle aus Privathaushalten stammen, dann sind wir auf dem falschen Weg.“ Köstinger fordert daher ein Umdenken: „Lebensmittel und Boden müssen wieder wertgeschätzt werden. Knapp 50 Prozent des Fleisches werden in den österreichischen Supermärkten über Aktionen abgesetzt. Aber billig gibt es nicht. Irgendwer zahlt immer. Bei uns sind es die Bauern, weil wir mit Massentierhaltungsbetrieben über den Preis nicht konkurrieren können.“

Anlässlich des diesjährigen Welternährungstages organisierte das Ökosoziale Forum Europa in Kooperation mit dem IUFE – Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung eine Diskussionsveranstaltung, die den Zusammenhang von Bodenverbrauch und Welthunger thematisieren. 2015 ist das Internationale Jahr der Böden und Bodenverlust ist ein globales Problem. Die größten Verursacher sind der Klimawandel und falsche landwirtschaftliche Bearbeitung. Übernutzung und Brände sind weitere Gründe. Eine Fläche von dem Doppelten des österreichischen Staatsgebietes erodiert weltweit jedes Jahr. Böden, die nicht mehr als Lebensgrundlage für die Bevölkerung dienen können, wirken als „Pushfaktor“ für Migration. Bis 2050 könnten laut UN bis zu einer Milliarde Menschen auf der Flucht sein. Bis zu 660 Millionen Menschen könnte es nach Europa ziehen. Somit ist von der Ausdehnung der Wüsten indirekt auch Europa betroffen. Mit den Ende September in New York von der UN verabschiedeten Sustainable Development Goals sind alle Staaten gefordert. Bis 2030 soll der Bodenverlust gestoppt werden. Jedes Land muss künftig genau erfassen, wo innerhalb seiner Grenzen Landdegradation stattfindet und die Fortschritte zum Bodenschutz in einem Monitoring dokumentieren. Die genauen Indikatoren dazu werden im März 2016 festgelegt.

Der von der UN ausgerufene Welternährungstag findet jedes Jahr am 16. Oktober statt und soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit laut FAO aktuell 795 Millionen Menschen an Hunger leiden.

Text/Quelle: APA/Klösch
Foto: andrcgs / 123RF Stock Photo

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