Erich Machherndl. Wachau mit Herz und Charakter.

PortraitEM KopieEin Familienweingut, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, hat viel zu erzählen! Acht Hektar Rebflächen in den besten Lagen rund um Wösendorf in der Wachau werden bewirtschaftet, selbstverständlich ökologisch schonend, nach den Vorgaben des naturnahen Weinbaus. Sortentypisch, unverkennbar Machherndl, unverkennbar Wachau. Im jugendlichen Stadium mit einigen Ecken und Kanten, eingehüllt in Charme und Charakter mit enormen Entwicklungspotential. War es Anfang der 90er Jahre noch Erich Machherndl Senior, der das richtige Gespür für das Zusammenspiel aus Natur und Fachwissen eines Weinbauern auslebte und in Flaschen füllte, ist es nun seit 1998 Erich Junior, der für den Betrieb verantwortlich zeichnet. Seit 2002 ist er der offizielle Betreiber und Kellermeister des Familienweinguts. Da die Liebe zum Weinbau kein Pensionsalter kennt, ist Erich senior noch immer Teil des Weinbetriebs.

Mit Sicherheit war Erich jun. damals einer dieser jungen, selbstbewussten Winzer oder wie er selbst von sich sagt, „eine gewagte Mischung aus Dickkopf und Sturschädel“. Wild und motiviert, aber mit Herz und Verstand, begann diese gewagte Mischung, die persönlichen Vorstellungen des Wachauer Weinbaus in die Tat umzusetzen. Damals wie heute ist es ein großes Anliegen, typische Wachauer Weine mit Machherndl Charakter zu keltern. Uniformer Mainstream ist nicht ihr Geschäft. Erich jun. ist kein „Weinmacher“, er ist Handwerker und Winzer oder besser gesagt, Wachauer Weinbauer, der das Angebot der Natur positiv zu nützen weiß, im Keller äußerst sauber arbeitet und auf den Einsatz uniformierender Technologien verzichtet.

Was hat es nun auf sich mit „unverkennbar Machherndl“? Es ist nicht nur die Sortentypizität und das Terroir der Wachau, es sind auch die feinen Unterschiede der jeweiligen Weine, die Ecken und Kanten, die sich schmeichelnd und anmutigend in die Gesamtstruktur einfügen. Nicht zu vergessen, die Bodenständigkeit, das Entwicklungspotential und die Unverwechselbarkeit. Ohne besonderes „Weinverständnis“ aufbringen zu müssen, sorgen all diese Eigenschaften bereits im jugendlichen Stadium für charmanten, unkomplizierten Trinkgenuss, der im Verlauf seiner Reifezeit nochmals um ein Vielfaches gesteigert wird. Wo Machherndl drauf steht, sind Machherndl und die Wachau drinnen!

Was brachte 2014? Der Weinjahrgang 2014 entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem „Diskussionsjahrgang“. Die Stimmen bezüglich mäßiger Weinqualität waren zwar ziemlich laut, aber dass sie möglicher Weise unnötig laut waren und teilweise noch immer sind, haben auch die Machherndl – Fassproben eindrucksvoll bewiesen. Bei der Weinlese zwischen Ende Oktober und Mitte November konnte absolut gesundes Traubenmaterial mit einem Mostgewicht von 18° bis 19° KMW eingebracht werden. Die analytischen Werte der jeweiligen Weine versprachen viel. Meine Verkostungsergebnisse der Fassproben bestätigen, dass alle Versprechungen gehalten wurden. Die Federspielweine werden voraussichtlich Ende April/Anfang Mai gefüllt. Smaragdweine dementsprechend später, voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober. Wir können uns darauf freuen! Das wird ein Fest!

Text: Andy Bigler
Bild: Machherndl

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5