Endlich ist der Winter vorbei: Das Schweizerhaus im Wiener Prater hat wieder geöffnet!

IMG_2019Nach der Winterpause von November bis Mitte März wurde die Schweizerhaus-Saison am 15.03.2015 wieder gestartet. Pünktlich um 11:00 Uhr wurde das grüne Tor geöffnet und die bereits wartenden Gäste strömten in den Gastgarten. Dieses Jahr herrschte zwar kein frühlingstaugliches Ansichtskartenwetter und auch die Temperaturen entsprachen nicht unbedingt jenen, die man sich wünscht, um in einem Gastgarten Platz zu nehmen, aber es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Einen echten „Schweizerhausianer“ kann nur Krankheit oder Schlimmeres davon abhalten, an einem Saisonstart nicht teilzunehmen. Regen, Schneefall und winterliche Temperaturen, alles keine Gründe an einem 15. März zu Hause zu bleiben.
Es mögen alle ihre ganz persönliche Meinung zum Schweizerhaus haben, aber in einem Punkt herrscht Einigkeit; es ist die Institution, wo sich niemand Gedanken darüber machen muss, welcher Gesellschaftsschicht man angehört und ob man hierher passt. Hier gibt es keine Standeszuordnung – egal ob Student, Pensionist, Schwerarbeiter, Medienstar, Politiker, Akademiker, Lebenskünstler, Tourist oder Einheimischer – alle haben etwas zu erzählen, alle wollen hören, was es Neues gibt, alle wollen sie ein wenig raunzen und erfahren wie es den anderen so geht. Es wäre einseitig, zu glauben, ins Schweizerhaus gehe man des Budweiser Biers oder der gebratenen Stelzen oder sonstiger Schmankerl wegen. Weit gefehlt: im Schweizerhaus lebt die einzigartige Form der klassenlosen Kommunikation und das Bewusstsein dem bunten Haufen von „Schweizerhausianern“ anzugehören. Hier funktioniert auch das, was in Österreich noch immer nicht wirklich üblich ist; man setzt sich an einen Tisch, weil hier noch ein Platz frei ist, ohne die bereits anwesenden Personen zu kennen. Selbstverständlich wird man fragen, ob es gestattet ist Platz zu nehmen, doch wenn tatsächlich frei ist, wird man freundlich als Tischnachbar aufgenommen und verbringt eine angenehme Zeit in netter Gesellschaft.
Alles am Schweizerhaus ist Genuss: Ja, das Budweiser (garantiert original) ist ebenfalls einzigartig, wird nur hier ausgeschenkt, hat weniger Kohlensäure und auch die Art des Ausschank unterscheidet sich stark von der sonst üblichen. All diese Faktoren machen das Budweiserzu einem gut schmeckenden, bekömmlichen Bier mit perfekter Optik. Witterungstauglich gekleidet, entsprechend neugierig und auch ein wenig mitteilungsbedürftig, wurde das erste Bier in dieser Saison genossen, eventuell auch von einem zweiten und dritten gefolgt und von einer knusprigen Stelze begleitet.
Text und Bild: Andy Bigler

4 comments on “Endlich ist der Winter vorbei: Das Schweizerhaus im Wiener Prater hat wieder geöffnet!

  1. ja toll, dort habe ich Vormittags oder Nachmittags meine Vorlesungen an bzw. für die Wu-Wien verbracht… war eine schöne Zeit…. 🙂

  2. Das Bild, das Facebook hinzufügt, ist vielleicht nicht ganz passend. Aber so ist das mit Facebook …

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