EM Rosado, 2015, Bodegas Esteban Martin

Bodegas Esteban MartinDieser Rose meldete sich gleich Mal mit 13,5%vol. Alkohol, nicht gerade üblich und mit zartrosa war da auch nichts. Sehr kräftiges, fast gedecktes Zwiebelschalen-Rot drängte ins Sichtfeld. Diese, eher ungewohnte, Farbe hatte ziemlich mächtige Schwestern, die zähflüssigen Schlieren. Die Machtdemonstration wird in der Nase fortgesetzt. Fast schon Uhudler ähnliche Erdbeernoten, gefolgt von Rosenblüten und einem Hauch von Heublumen. Mit etwas Luft entwickelt sich eine interessante Aromatik mit exotischen Flair. Rund, kompakt, dicht und mächtig – fast zu viel für einen Rose. Am Gaumen wird es vorerst breit, mit spürbarem Extrakt und etwas Restzucker. Unerwartete Mineralik und dezente Säure tragen diesen Koloss und sorgen dann doch noch für fruchtiges Frischegefühl. Ein phantasievoller Hauch von Uhudleraromatik bleibt im Gedächtnis. Ein wahrlich langer, sehr muskulöser Abgang sorgt für Verwirrung, denn dieser Rose haut so richtig rein, ohne Ecken und Kanten.

Lautstark, fast schon vorlaut, meldet sich der Nachklang, so als ob er sagen wollte, „Ich bin zu warm, trink mich kälter“. Man sollte diesen Rat befolgen und dem Rosado eine Trinktemperatur von 7 bis maximal 9° Celsius verpassen. So wie es scheint, verleiht Kälte diesem Wein den nötigen Charme um Trinkfreude zu bereiten. Weil doch weit entfernt, von dem was sich der Durchschnittskonsument unter süffigem Rose vorstellt, kriegt dieser Rosado auch nur zwei Sterne! Ein hartes, aber gerechtes Urteil.

Ein Familienunternehmen mit 200 Hektar Rebfläche im Eigenertrag und einer Jahresproduktion von 3,8 Millionen Flaschen ist mit Sicherheit als Großbetrieb einzustufen. Ein Produktionsvolumen von 3,5 Millionen Litern und eine Abfüllanlage mit einer Kapazität von 4.000 Flaschen pro Stunde könnten den Schluss zulassen, dass es sich um Massenproduktion handelt. Das ist allerdings nicht der Fall, denn hier werden qualitativ hochwertige Weine hergestellt, die für Genuss und Trinkfreude sorgen.

Verkostet von Andy Bigler im Juni 2016
Bild: EM, Bigler

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