Strudel ist nicht Strudel.

ApfelstrudelDas wunderschöne, sonnige Wetter im heurigen Herbst hält uns nicht davon ab flotte Wanderungen zu machen, dennoch aber ist es auch jene Zeit, in der wir es gerne wieder ein bisschen gemütlicher angehen. Warme Mehlspeisen wie Buchteln, Nougatknödeln, Powidltascherl, gebackene Apfelradln und vieles andere mehr werden in diesen Tagen immer gerne genossen. Und auch die Pause verbringt man zunehmend in einem gemütlichen Cafe mit einer kleinen süßen Köstlichkeit als sie draußen in der Natur zu verleben.

Ich widme mich heute meinem momentanen Favoriten, er ist und bleibt ein Klassiker: Der Apfelstrudel. Es ist faszinierend, egal wo man einen hausgemachten Strudel verkostetet, er schmeckt jedesmal anders. Im Folgenden einige Punkte, die dazu beitragen können, dass Strudel nicht gleich Strudel ist.

Der Teig
Blätterteig beispielsweise wird immer öfter verwendet, was keineswegs negativ zu bewerten ist, sofern er schön knusprig und gut durchgebacken ist. Außerdem sollte man auch bei der Herstellung von Strudel mit Blätterteig darauf achten, den Teig dünn auszurollen, um Risse und Unregelmäßigkeiten zu vermeiden.
Die Herstellung von Original Strudelteig wird als altes Handwerk bezeichnet. Im Grunde genommen aber, sind nur einige wenige Schritte zu beachten, um den Teig gut ausziehen zu können. Das Mehl spielt dabei eine große Rolle. Normales Glattes Mehl enthält viel Mehleiweiß/Gluten, dass wir für die Kleberbildung und die darauf folgende Elastizität brauchen.

Grundrezept
300 g Mehl, 1 Prise Salz, 1 EL Apfelessig, 30 g Öl, 150 g lauwarmes Wasser
Die Zutaten zu einem samtigen, nicht zu weichen Teig kneten. Den Teig etwa 3-4 min lang gut durchkneten um die Elastizität zu gewährleisten. Auf einem Teller mit Öl einpinseln um das Austrocknen zu verhindern und dann den Teig ungefähr ½ Stunde rasten lassen.

Sobald der Strudelteig sich gut von seiner Knettortur erholt hat, wird er auf einem großen bemehlten Tuch etwas ausgerollt, um dann langsam mit der Hand Stück für Stück ausgezogen zu werden.
Darauf kommt eine Schicht zerlassene Butter, auf 2/3 der Strudelfläche wird eine dünne Schicht Butterbrösel aufgetragen worauf dann die abgeschmeckten Äpfel verteilt werden. Rosinen und Zimt eventuell noch extra darüberstreuen.

Langsam und vorsichtig wird das große Rechteck nun eingerollt und U-förmig auf das Blech gedreht. Mit Butter bestreichen und bei 190°C backen.

Äpfel und Apfelfülle
Meist werden säuerliche Äpfel bevorzugt. Es bieten sich dabei die Sorten Braeburn oder Topaz an. Auf Bauernmärkten werden säuerliche Sorten zum Kochen oftmals noch als „Strudler“ bezeichnet.
Auch Nüsse werden gerne zur Apfelfülle hinzugegeben, dabei würde ich geröstete Haselnüsse empfehlen, die verfeinern das Aroma ungemein.
Mit Zitronensaft wird die Säure der Apfelfülle reguliert.
Rosinen werden bei mir generell eingelegt. Entweder in Rum, oder die antialkoholische Art, mit gut verdünntem Apfelsaft. Die Flüssigkeit aufkochen und mit den Rosinen dann in einem Glas gut verschlossen einfach etwas aufweichen lassen.

Brösel
Nach dem Flüssigkeitsgehalt der Äpfel richtet sich auch die Menge an trockenen Zutaten. Bei den Bröseln ist es wichtig, die Semmelbrösel vorher im Rohr goldgelb zu rösten. Anschließend werden sie mit etwas brauner Butter, Zucker und Zimt zu richtig schmackhaften Butterbröseln vermischt. Das verhindert, dass die Brösel in der Fülle nach dem Backen etwas pampig oder mehlig wirken.

Als süße Mahlzeit wird der Strudel (in der Rein) gerne noch mit einer Milch-Sahne Mischung übergossen, um dann heiß mit Vanillesoße genossen zu werden.

Machen Sie es wie ich, genießen Sie die Herbstzeit! Und probieren Sie verschiedenste Apfelstrudel. Es ist wirklich sehr interessant, was dabei raus kommt. Jeder schmeckt anders!

Text: Elisabeth Mair
Bild: olegd / 123RF Stock Photo

4 comments on “Strudel ist nicht Strudel.

  1. …und wehe, man kann unter dem ausgezogenen Strudelteig nicht die Zeitung lesen:-)

  2. Leo on said:

    eine kostprobe wäre der absolute wahnsinn 😉

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