Grilldessert.

Das Dessert zum GrillenIch habe mich von dem Spezialthema Grillzeit letzte Woche anstecken lassen und mir überlegt, was man denn eigentlich zum Grillen Süßes anbieten könnte. Nach langem Überlegen und vielen süßen Gedankengängen wurde mir aber leider immer mehr bewusst, dass meistens traumhafte Salate, ausgefallene Saucen, saftiges Fleisch und viele andere gegrillte, leicht geräucherte und generell mit Grillaromen verfeinerte Köstlichkeiten im Vordergrund stehen. Schade, eigentlich!

Die häufige Antwort auf die Nachfrage wer denn etwas Kuchen oder ein kleines Dessert haben möchte, ist meist: “Phu … also, ich bin sooo voll, ich kann nichts mehr essen, beim besten Willen nicht, aber danke!“ Wirklich? Beim besten Willen? Dieser Tatsache werde ich nochmals ordentlich auf den Grund gehen und da ich ja gerade selber eine Grillparty fürs Wochenende plane, habe ich mir schon etwas überlegt. Ganz positiv hab ich mir vorgenommen sämtliches Brot, wie Ciabatta oder knuspriges Kräuterbaguette von der Liste zu streichen. Anstatt Folienkartoffeln gibt es Folienzwiebeln (herrlich, sag ich euch!) und – auch der Kartoffelsalat darf leider nicht ans Salatbuffet. Stattdessen gibt es aber natürlich viele andere vitaminreiche Salate, Saucen, gegrilltes Gemüse als Beilage und auch etwas Süßes hat dann noch Platz!

Letztens hatte ich – nur aus Neugierde – eine Banane in Alufolie eingewickelt. Da ich zufällig ein paar dieser Schokodrops aus 65% Kuvertüre zuhause hatte, (wie immer mir das auch passieren konnte) mussten diese natürlich auch in die Folie mit eingeschlagen werden. All das auf die noch leicht glühenden Kohlen, ich kann nur sagen: Ein Traum! Auch hatte ich noch einige geröstete Kokosflocken bei der Hand, diese noch darüber gestreut und warm serviert: Fertig ist eine kleine und feine Nachspeise vom Grill. Und – widerstehen wird da keiner!

Wie auch schon meine Kollegin Bibi Stift hier so passend beschrieben hat, das Grillen hat auch bei mir mit schönen Kindheitserinnerungen zu tun. Gerne erinnere ich mich an die traumhaften Kuchen meiner Mutter bei diversen Grill- und Geburtstagsparties.  Und nur selten gab es eher Schweres nach dem Grillen, wie Schwarzwälder Kirsch, Malakoff, oder Tiramisu. Denn am Liebsten mochten alle Mamas Obstkuchen. Nicht zu süß und nicht zu viel – aber ein Stück als Nachspeise musste einfach sein. Marillenkuchen mit flaumigen Germteig zum Beispiel, Zwetschkenfleck mit etwas Marzipanstreusel, Erdbeer-Joghurt Torte, gedeckter Apfelkuchen oder – mein ganz persönlicher Favorit – Ribiselkuchen mit Baiserhaube. Mmmmh: Also, wenn ich an diesen Kuchen denke, wird mir ganz warm ums Herz und das Wasser läuft mir im Mund zusammen. Ausserdem verschwinden auch die sowieso nicht akzeptablen Gedanken über das – fast schon – Ausschließen des Desserts beim Grillen.

In den letzten Jahren hatte ich schon des öfteren versucht, den originalen Ribiselkuchen zu perfektionieren und als herrliches Dessert im Gourmetrestaurant anzubieten. Momentan habe ich den Ribiseln den Saft entzogen und zu feinem Sorbet gefroren, den Mürb – oder Rührteig zu köstlichem Shortbread und saftigen Biskuitbröseln umgewandelt – frische marinierte Ribisel dürfen nicht fehlen – und die unersetzbare Baiserhaube wird gleich zweifach – einmal in getrockneter Form und einmal frisch abgeflämmt auf den Teller gebracht. Also, frischer Ribiselkuchen à la Mama und noch ein gedeckter Apfelkuchen à la Oma für die Grillparty ist eingeplant, und dann kann es auch schon los gehen!

Text: Elisabeth Mair
Bild: Mair

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