Einmal ausspannen bitte!

Wellness für den GaumenDer Sommer 2014 zeigte sich nicht immer von seiner lieblichen Seite, so kam mir das Hotel- und Spa- Testwochenende vom 22. bis 24. August mit Unterbringung im Hotel Norica sehr gelegen. Nach einer angenehmen, aber nicht ganz stressfreien Autofahrt wurde ich im Hotel eingeladen, den Schlüssel einfach an der Rezeption zu lassen, der Hausmeister würde sich um den Parkplatz kümmern. Wie angenehm.

Das Zimmer
Da man sich von einem 4,5-Sterne Haus gehobenen Standard in Bezug auf Ausstattung, Reinlichkeit und Service erwarten darf, startete ich sofort einen Kontrollrundgang. Egal, wo ich nachsah und prüfend mit den Händen darüber strich, alles stellte ein Musterbeispiel an Reinlichkeit dar. Vom Balkon aus hätte man einen schönen Ausblick auf Gastein und seine Berge, aber das vorherrschende Wetter ließ das nicht zu. Leichter Regen und eine passable Außentemperatur veranlassten mich, nach einer Markise zu suchen, um am Balkon trotz Nässe von oben, eine Zigarre rauchen zu können. So etwas gibt’s allerdings nicht und muss auch nicht unbedingt sein, um sich wohl zu fühlen. Für Sonnentage steht ein entsprechender Schirm zur Verfügung und das reicht vollkommen. Der Liegekomfort im Bett war für mich persönlich nicht zufriedenstellend, da die Matratzen sehr weich sind und zum Durchhängen neigen. Ich vermisste sie zwar nicht, aber eine Minibar sollte in einem Zimmer eines 4,5-Sterne Hauses vorhanden sein. Allerdings bekam ich zur fehlenden Minibar eine plausible Erklärung; aufgrund des gegenüberliegenden Supermarkts wird das Angebot der Minibar von den meisten Gästen nicht angenommen.

Celtic Spa, Österreichischer Hof, GasteinRestaurant, Angebot und Service
Das Restaurant ist großzügig angelegt und aufgrund der großen Fenster tagsüber angenehm hell. Auch hier entspricht das Gesamtdesign nicht ganz meinen Vorstellungen. Aber dieses kleine Manko war bald in Vergessenheit geraten, dafür sorgte der gute Sitzkomfort bei Tisch. Alle Speisen sind hausgemacht und auf Küchen Convenience wird gänzlich verzichtet, auch die Petit Fours werden von der hauseigenen Patisserie hergestellt. Gemüse, Fleisch und Wurstwaren stammen aus der Region und Wild kommt aus der hauseigenen Jagd. Hier ist wirklich alles echt und die Küchenleistung absolut lobenswert. Das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl an Müsli, Frischobst, Trockenfrüchten, Milchprodukten aus der Region und hausgemachten Aufstrichen. Selbstverständlich gibt es auch eine sehr gute Auswahl von Schinken und Wurstwaren. Ofenfrisches Gebäck und Brot ist ebenfalls in allen möglichen Varianten vorhanden. Auch Liebhaber von Frühstückseiern aller Varianten werden bestens versorgt. Egal ob kernweich, hart, Rühr- oder Spiegelei, alles wird vor den Augen der Gäste in der „Schauküche“ frisch zubereitet. Die Vielfalt der hausgemachten Marmeladen ist beachtlich und der Geschmack vorzüglich. Der frischgepresste Orangensaft wird genau genommen „sekundenfrisch“ hergestellt, denn jede Portion wird frisch vom Entsafter auf Knopfdruck gepresst. Die Freundlichkeit und Kompetenz des Servicepersonals wurde bereits beim Frühstück eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Meine Partnerin leidet unter Laktose-Intoleranz und erkundigte sich daher nach laktosefreien Produkten. Sie bekam sofort laktosefreie Produkte, wie Milch, Käse, Butter und Fruchtjoghurt. Etwas später stellte sich heraus, dass diese Produkte extra bei einem Händler außer Haus besorgt wurden, da sie im Haus nicht vorrätig waren. Solch eine Serviceleistung ist alles andere als selbstverständlich und verdient großes Extralob. Das Hotel Norica verfügt über kein separates Restaurant für a la Carte Gäste. Aber auch Restaurantgäste, die nicht im Haus logieren werden mit Sicherheit fündig, denn das abendliche Speisenangebot bietet genügend Wahlmöglichkeiten, egal ob vegetarisch, Fisch oder Fleisch. Die Vorspeisenauswahl ist vielfältig und wird in Form eines Buffets mit hohem Qualitätsanspruch angeboten.  Bei den Desserts zeigt die Patisserie, dass Klassik mit Finesse wesentlich mehr kann, als einfach nur Nachspeise zu sein. Das Weinangebot passt zu den Speisen, könnte aber mehr heimische Weine beinhalten. Europa und Übersee sind mit einigen namhaften Produzenten vertreten, aber da die Weinbauwelt außerhalb unserer Landesgrenzen riesig ist, sollte das Angebot etwas vielfältiger sein. Der Oberkellner ist mit dem Weinangebot zwar vertraut und seine Empfehlungen passen, aber das Weinkonzept sollte trotzdem neu überdacht werden.

Der zweite Teil dieses Berichtes erscheint hier.

Text: Andy Bigler
Bild: Österreichischer Hof, Bad Hofgastein

One comment on “Einmal ausspannen bitte!

  1. Dann ab ins Goldberg…

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