Die Wachau. Weltklasse in Blütenpracht.

Wachau, Niederösterreich, ÖsterreichLiebe Leser und Leserinnen,

„Gestalt gewordene Geschichte auf 33 km Donau.“, so titeln die Winzer  selber über das Weingebiet, das bereits im Jahre 830 in einer Karolinger Urkunde erwähnt wurde. Heute steht der Begriff Wachau für Weltklasseweine, für über 1.300 ha Rieden, teils auf steilen Terrassen, und für ein Weltkulturerbe und Landschaften, die sich nahtlos in ein Lebensgefühl des Loslassens und Wohlfühlens einordnen.

Geographisch ist das Gebiet etwa 80 km westlich der österreichischen Bundeshauptstadt zu finden und wird in östliche Richtung von Stein und Mautern sowie in westlicher Richtung von Groisbach und dem Naturpark Jauerling begrenzt. Im Boden finden wir Löss und Gföhler Gneis, an der Donau Schotter und Schwemmlösse. Diese interessante Mischung an Bodenreichtum, in Verbindung mit den im Laufe vieler Jahre von den Wachauer Winzern zur Pflege der steilsten und besten Lagen geschaffenen Terrassen, zeichnen ein recht markantes Bild, das noch von den zwei spannenden Klimaströmungen der Region ergänzt wird: eine atlantische Strömung aus dem Westen und das östlich-pannonische Klima. Dabei werden je nach Lage und Formation, und durch Terrassenbauten und Felsen sortenreiche Kleinklimazonen wirksam.

Die großen Lagen heißen Axpoint, Achleiten, Kellerberg oder Singerriedel ohne hier einen, wie immer gearteten, Anspruch auf Vollständigkeit haben zu wollen. Die besten Lagen erbringen Produkte mit jahrzehntelangem Reifepotential. Was nicht nur innerhalb Österreichs bekannt und geschätzt ist, denn die Wachau ist in den Nasen und Gaumen außerhalb unserer Grenzen das bekannteste Weinbaugebiet dieser Weinrepublik.

Wir alle kennen die Begriffe „Steinfeder“, „Federspiel“ und „Smaragd“, die von der Wachauer Winzergemeinschaft Vinea eingeführt wurden um die hohen Qualitätsansprüche in für alle Mitglieder verbindliche Regeln zu gießen. Der sogenannte Codex Wachau, hier nachzulesen, bildet die Grundlage, das Können vieler Winzer in einem einheitlichen Qualitätsbild zu vereinigen und dem Konsumenten die Sicherheit zu geben, Wachauer Weine schon von weitem zu erkennen. In Bild, Nase und Gaumen sozusagen, kann dann ein gesamtheitliches Bild nicht nur kommuniziert sondern auch ausgeliefert werden. Zur Freude der Weinmacher wie der Konsumenten in diesem Fall, ist doch diese Politik eine der ersten und eine der wenigen durchgehend funktionierenden Weingebiets- und Vermarktungsstrategien Österreichs.

Wie Sie es schon geahnt haben, werden wir uns also in den nächsten Tagen mit diesem Weingebiet, den Weinen und Winzern und so manchem anderen Aspekt auseinandersetzen. Genießen sie es, liebe Lesern, und bleiben sie uns gewohnt gewogen. Ich wünsche ihnen einen schönen, geschmackvollen und sonnigen Frühlingsbeginn und – natürlich – immer ein Fingerbreit Wein im Glas.

Ihr Chefverkoster, Herausgeber und Weinfreund
Gregor Klösch, gregor.kloesch@dieweinpresse.at

Test: Klösch
Bild: Vinea Wachau

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