Die Todesgruppen des Weins.

Patrick Meier, FrankfurtIm Vorfeld zur Fussball-WM gab es zwei Dinge die urplötzlich auf der Bildfläche erschienen. Einmal die Orakel die auf vielfältige Art und Weise den Ausgang eines WM-Spiels , durch beispielsweise anknabbern von Salatblättern, vorhersagen sollten und Weine aus Brasilien. Selbst im Supermarkt um die Ecke gab es plötzlich WM-Wein aus Brasilien. Urwald und Wein, eine ebenso komische Kombination wie Fußball in Manaus bei gefühlten 99% Luftfeuchtigkeit. Dennoch, Brasilien und die tropischen Bedingungen bringen Weine hervor, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Im Gegensatz zu Winzern in Deutschland und/oder Österreich kann der brasilianische Weinbauer aufgrund der klimatischen Bedingungen sogar zweimal im Jahr eine Ernte von den Stöcken holen. Da ist es kein Wunder, dass der Export der Tropenweine von einst 770.000 US-$ in 2003 auf über 5 Millionen $ (heute) angestiegen ist.

Nur, wer trinkt einen brasilianischen Wein zur WM? Gibt es nicht viel spannendere Trinkkombinationen für spannende WM-Abende oder gar Nächte? Es ist viel von den Todesgruppen die Rede, sportlich gibt es da einige Highlights, aber wer sich neben dem sportlichen Aspekt auch noch für den Aspekt der LebensFreude interessiert, der hat so manche Herausforderung anzunehmen.

Nehmen wir nur einmal die Gruppe B. Hier treten die Niederlande, ein Bierland, gegen Australien, Chile und Spanien an. Für einen ordentlichen Fußballabend bedeute dies eine große Herausforderung bei der Getränkeauswahl. Bier ist klar, da kommt ein Heineken oder ein Grolsch auf den Tisch – fertig. Beim Wein wird es wirklich schwer. Allein die Spiele der Spanier gegen Australien und Chile sorgen für Aufruhr im Weinregal. Dazu dann noch die Frage wie ist das Wetter und was wird zum Spiel gegessen, wird evtl. gegrillt. Kann ein weißer Australier einen roten Spanier besiegen oder gibt es am Ende eine Verlängerung im Glas wenn ein Montes-Alpha aus Chile gegen einen House of Cards aus Australien antritt? Am Ende haben die Spanier auf dem Feld des Sports schon komplett die Waffen gestreckt. Nun bleibt noch die letzte Schlacht der alten Weinwelt gegen die die australischen Herausforderer. Rioja gegen Western Australia. Mein Tipp Spanien verliert auf dem Feld und im Glas, wenn die Außentemperatur deutlich über 30 Grad ansteigt und der Grill die Gemüter aufheizt. Glücklich wer ein Fan der Niederlande ist, und sich mit einem kühlen Bier auf sein Stück Fleisch freuen kann.

Die nächste Todesgruppe für Freunde des Rebensafts ist die Gruppe G mit den Weinanbauländern Deutschland, Portugal und den USA. Als Außenseiter tritt hier Ghana an, die zu allem Unglück auch noch ein irisches Bier als Lieblingsbiermarke im Internet proklamieren. Ein Guiness, schön lauwarm, zum Fußballglück, da haben es US-Amerikaner, Portugiesen und Deutsche besser, denn wir können uns zwischen einigen Bieren und einer ordentlichen Auswahl an Weinen entscheiden.

Deutschland gegen Portugal, angepfiffen um 18.00 Uhr, trat bei uns in der Aufstellung deutscher Weißburgunder vs. Portugiesischen Vino Verde Rosé an. Während sich die Sportler aus Portugal über den Platz schleppten und wenig sexy wirkten hatte der Rosé aus Portugal eine Menge Kraft und hat an diesem Abend die Schlacht gegen den deutschen Weißburgunder verloren.

Jürgen Klinsmann lebt in Kalifornien und da wächst ebenfalls eine Menge guter Stoff, daher wird die Begegnung USA-Portgual ein echter Knaller, wenn sich das Napa Valley – Team in Rot gegen die weißen Portgiesen zum Duell aufmachen. Sportlich tippe ich auf Portugal, die sich vom Schock gegen das deutsche Rieslingteam erholt haben werden, im Glas sehe ich aber eher einen Chardonnay aus Washington State als Gewinner vom Platz gehen.

Teil 2 folgt hier nach.

Text: Patrick Meier
Bild: Meier

4 comments on “Die Todesgruppen des Weins.

  1. Beim Fussball „kämpfen“ glaub ich (ich bin bekennender Fußballhasser und zugegebener Fußballdepp) 22 Typen um einen einzigen Ball. Glücklicher Weise teilen(!) sich die meisten Weinfreunde den Inhalt einer 0,75l Flasche maximal zu zweit und gewinnen tun sie dann auch beide *gg*

    • Aber WENN man sich mit Fussball beschäftigt und WENN man ein Nase für guten Wein hat – was Patrick Meier beides ganz sicher hat -, dann ist das doch eine schöne Sichtweise: Wein und Fussball. 🙂

      • Das stimmt …. hahaha, aber ich behirn‘ dieses Spiel immer noch nicht, da kann ich noch so viel zusehen und mich fussballtechnisch aufklären lassen.

        Darüber hinaus muss ich gestehen, dass ich mir selten irgend welche Sportereignisse passiv zu Gemüt führe, nicht einmal snowboarden, mountainbiken …..

  2. Also wir haben da einen „eleganten“ Ausweg gefunden: Unter dem Motto „Brasilien trifft Steiermark“ gab’s eine zünftige Brettljause, die keine Wünsche offen ließ und dazu gut gekühltes steirisches Bier, erfrischenden weißen Spritzer oder „jausentauglichen“ Weißburgunder… Brasilien war „am Bildschirm“!

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