Die süße Sünde. Vorweihnachtliche Backfreuden.

Keksbacken zu WeihnachtenOb Kekse, Plätzchen, Leckerl oder einfach nur vorweihnachtliche Backfreuden. Im folgenden einiges aus meiner süßen Welt. Und wir beginnen mit Omas Klassikern – je nach Region und Oma durchaus gestaltbar.

Der gute alte Lebkuchen
Ihn gibt es gefüllt und ungefüllt, in Kuvertüre getunkt oder mit Zuckerglasur bestrichen, Honiglebkuchen, Schokolebkuchen, Gewürzlebkuchen, Früchtelebkuchen. Und dann gibt es auch innerhalb dieser Unterteilungen noch viele Abweichungen, wie beispielsweise Dominosteine, Himbeerlebkuchen, Nougatlebkuchen, Powidllebkuchen, Makronenlebkuchen und viele andere mehr. Ich habe hier schon mal einige Tipps für Sie vorbereitet, wie Sie aus einem einfachen Lebkuchenrezept einfach mehrere verschiedene sehr spannende Sorten zaubern können.

Beimengen von Kuvertüre und Kakaopulver für Schokolebkuchen. Eignet sich hervorragend, wenn man diese mit hausgemachter Himbeer– oder aber auch Powidlmarmelade füllt, und eventuell noch in Kuvertüre taucht.
Beimengen von sehr fein gehackten kandierten Früchten wie Aranzini und Zitronat. Auch geröstete, gestiftelte Mandeln etwas hacken und zufügen für einen Früchtelebkuchen. Bitte aber unbedingt die kandierten Früchte gut einlegen. Dafür verwendet man entweder Alkohol wie Rum, Amaretto, Cognac oder was immer das Herz begehrt. Oder aber, eine gute Mischung aus Orangensaft, Apfelsaft, Zimt, Nelke und schwarzem Tee bereiten und warm über die gehackte Mischung geben, ziehen lassen.
Auf die ausgestochenen Kekse eine Makronenmasse (Marzipan mit Zitronen- und Orangenabrieb abschmecken, mit flüssigem Eiklar vermengen, bis es dressierfähig ist) dressieren, mit Mandel belegen, backen.
Sie sehen, mit etwas Kreativität und vor allem Geduld lassen sich schon einige verschiedene Sorten herstellen, die man nicht in jedem 2. Backbuch findet.

Kokosbusserl
Hierbei stellen sich zwei ganz entscheidende Fragen:
1. mit oder ohne Oblaten?
2. Eiklar geschlagen oder die Kokosmasse wie Makronen über Wasserdampf abrösten?
Hm, schwierige Frage. Ich denke, das kann jeder halten, wie er es gerne hat. Ich mache sie gerne ohne Oblaten – einfach nur auf Backpapier dressiert. Außerdem wird bei mir eine sogenannte „Einkesselmasse“ zubereitet, wobei alle Zutaten langsam aber gut, über Wasserdampf auf ca. 80 °C erhitzt werden. Die Masse wird bei mittlerer Temperatur (ca. 170°C ) gebacken, damit sie innen noch etwas „chewy“ und feucht ist. Und auch Honig darf darin nicht fehlen, ein natürlicher Weichhalter.

Mürbteiggebäck 
Klassisch sind ausgestochene zusammengesetzte Sterne. Natürlich auf verschiedenste Art und Weise verziert. Ob in Schoko getunkt, mit Kokosflocken, Pistazien, oder Glittersternen bestreut. Je nach Belieben sogar mit Nougat, Orangenmarmelade, oder Amarettomarzipan gefüllt. So kann man auch hier das eigentlich normale (um nicht banale zu sagen) Mürbteigkeks in ganz individuelle  köstliche Kreationen verwandeln. Außerdem ist Mürbteig heutzutage schon oftmals die Basis für andere Kekssorten, wie Eisenbahner, Florentiner mit feiner Honig-Butter-Mandelmasse darauf, Nussecken, Zimtringerl, Butterbrezeln, oder Schwarz-Weiß-Gebäck.

Linzeraugen
Doppelt gemoppelt ist hier das Thema. Ob mit einem, zwei oder drei marmeladigen Augen oder auch einfach ohne Loch. Gute Marmelade, vielleicht mit etwas frischer Zeste von Orangen oder Likör abgeschmeckt, ist auch hier ausschlaggebend.
Abwandlungen gibt es viele. Beispielsweise Walnusslinzer, kennen Sie die? Der Teig selber ist eher wenig gesüßt, denn auch die beigemengten geriebenen Walnüsse haben nicht viel natürliche Süße. Mit feiner Marillenmarmelade gefüllt und einer halben frischen Walnuss darauf, zählt dieser Linzer zu meinen persönlicher Favoriten.

Spritzgebäck
Oftmals wird bei diversen Rezepten für Spritzgebäck als Basis entweder nur Margarine oder nur Butter angegeben, mit Zucker und Aromen aufgeschlagen. Meiner Erfahrungen nach, benötigt man beides, nämlich genau ½ Margarine und ½ Butter. Mit dieser Basis ist es mir eigentlich kaum je passiert, dass die aufdressierten Formen auseinander gelaufen wären. Auch hier kommt es in der Masse auf die feinen Aromen wie Orangen- oder Zitronenzeste, Vanille oder Zimt an. Und natürlich auf die Füllung und darauf, dass mindestens ein Ende des Gebäcks in Schokolade getunkt wird. Auch Nüsse werden gerne in die gerührte Masse mit hineingemischt. Vielleicht mit einem Marmeladekern in der Mitte, der übrigens mitgebacken wird, und schon haben wir wieder eine extra Sorte: Husarenkrapferl.

Vanillekipferl
Ob mit Haselnüssen, Mandeln, oder gar Walnüssen, jeder hat da so seinen eigenen Favoriten. Meiner ist mit 1/3 geschälte Mandeln, 2/3 aromatisch gerösteten Haselnüssen, beides feinst gemahlen. Außerdem viel echte Vanille. Und auch mit Vollkorn- oder Dinkelmehl schmecken diese Klassiker vorzüglich!

Zum Schluß habe ich noch einige bislang nicht genannte Kekssorten für die Qual der Wahl in der Backstube: Butterstangerl, Rauhnigeln, Mostkekse, Rumkugeln, Anisplätzchen, Marzipanmakronen, Haselnussmakronen, Muskatzonen, St. Galler Biberle, Paiencebäckerei, Butterbrezel, Hausfreunde, Nervenkekse, Alpenbrot, Butterbrote, Bauernlaibe, Ingwerkipferl, Zimtsterne, Baumkuchenspitzen und, und, und.

Und wir sehen, Kekse bestehen alle aus den mehr oder weniger gleichen  Grundzutaten: Butter, Zucker, Eier, Mehl, Gewürze, Aromen, Nüsse. Mit ein paar Grundrezepten von Teigen und Massen, einigen köstlichen Marmeladen, und vielleicht einigen wenigen feinen Sonderfüllungen wie Nougat oder Marzipan, steht kreativen Ergebnissen nichts mehr im Wege. Los gehts!

Text: Elisabeth Mair
Bild: fotografiebauer / 123RF Stock Photo

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