Die kuriosesten kulinarischen Silvesterbräuche.

Kulinarische Silvesterbräuche aus aller WeltKaum ist Weihnachten vorbei, steht auch schon das nächste große Fest vor der Tür. Am 31. Dezember wird Silvester gefeiert. Wir verabschieden das alte Jahr und begrüßen das Neue gebührend.

Im Laufe der Zeit haben sich in vielen Ländern verschiedene Neujahrsbräuche entwickelt, die nicht immer so ganz nachvollziehbar sind. Neben unseren „üblichen“ und bekannten Traditionen wie Raketen schießen, Bleigießen, Glücksbringer verschenken und Walzer tanzen haben wir noch einige andere, weniger bekannte Traditionen gefunden. Wie schon an Weihnachten dreht sich auch an Silvester vieles ums Essen, sei es mit der Familie bei einem gemeinsamen Mahl ins neue Jahr zu feiern oder damit sein Glück zu besiegeln. Kein Wunder, dass auch viele der Silvesterbräuche damit zu tun haben. In vielen Ländern gibt es beispielsweise ganz spezielle und traditionelle Neujahrsgerichte, manch andere kulinarische Gepflogenheiten sind da schon ein wenig außergewöhnlicher.

Der Glücksfisch
In Österreich gibt es traditionsgemäß kurz vor Silvester Gebäck zu kaufen, das als Glücksfisch bezeichnet wird. Glücksfische sind fischförmige Biskotten, die dem Brauch nach mit der Flosse voran gegessen werden müssen, damit das Glück nicht mehr davonschwimmen kann. Als altes Symbol von Leben und Fruchtbarkeit ist der Fisch jedoch generell ein wichtiger Bestandteil von Silvester. In Österreich steht besonders der Karpfen als „Silvesterfisch“ an oberster Stelle. Ein weiterer Brauch dazu besagt, dass die Schuppen des Karpfens im Haus verstreut den Bewohnern Glück bringen sollen, wenn sie das ganze Jahr nicht weggeräumt werden. Eine Karpfenschuppe im Portemonnaie bringt zudem Geldsegen. Warum? Vielleicht weil sie wie Münzgeld glänzt?

Der Fliegenpilz
Es gibt viele verschiedene Symbole, die an Silvester in Form von Glücksbringern verschenkt werden. Bei den meisten weiß man jedoch gar nicht so genau, wie es denn dazu kam, dass sie mit Glück in Verbindung gebracht wurden. Eines dieser Symbole ist der altbekannte Fliegenpilz. Aufgrund seines Giftes ist er zwar kulinarisch nicht sehr weit verbreitet, er wurde jedoch früher in Maßen durchaus als Rauschmittel konsumiert. Durch die berauschende Wirkung, wurden ihm magische Kräfte zugesprochen – angeblich konnte er Dämonen vertreiben – und daraus resultiert die Bezeichnung Glückspilz“. Aber nicht nur in Österreich gibt es solch kuriose Silvesterbräuche, auch in anderen Ländern spielt das Essen oft eine etwas eigenartige Rolle beim Übertritt vom alten ins neue Jahr.

Weltweites Glück
In Spanien und Portugal ist es Brauch, dass um Mitternacht das alte Jahr mit zwölf Glockenschlägen verabschiedet wird. Zu jedem Schlag, wird eine der „uvas de la suerte“, oder Trauben des Glücks gegessen. In Mexiko glauben manche, es bringe Reichtum, sich mit Zucker oder Champagner die Hände zu waschen. Der russische Neujahrsbrauch ist da schon ein wenig gefinkelter. Kurz bevor das Jahr vorbei ist, wird ein Wunsch zu Papier gebracht, dieses danach verbrannt und die Asche in ein Glas voll Champagner gestreut. Zu Mitternacht getrunken soll es die Erfüllung des Wunsches im kommenden Jahr bewirken.  Manche Griechen bereiten zu Silvester das traditionelle Basiliusbrot zu, in das Münzen eingebacken werden. Wer beim gemeinsamen Verspeisen auf eine Münze beißt darf diese behalten und sie wird ihm im neuen Jahr Glück bringen. wir fragen aber nicht, was mit den ausgebissenen Zähnen ist. In einigen asiatischen Regionen existiert ein besonders außergewöhnliches Brauchtum. In China ist die Mandarine ein Glückssymbol, deshalb werfen hier ledige Frauen Mandarinen ins Meer um im neuen Jahr einen guten Ehemann zu finden. In Belgien ist es Tradition, eine herzförmige Torte, das „Coeur de Nouvel-An“ zu essen. In Amerika besagt es, im Gegensatz dazu, Glück zu bringen, etwas kreis- oder ringförmiges zu essen.  Passend zu der nur teils klischeehaften Vorstellung, dass in Schottland Unmengen an Whisky getrunken werden, wird hier statt mit einem Glas Sekt mit dem sogenannten „Hot Pint“ angestoßen, einem Gemisch aus Whisky, Starkbier und Eiern. Zu guter Letzt gibt es auch in Tschechien einen interessanten Silvesterbrauch, der ebenfalls das Thema Kulinarik aufgreift. Hier werden Äpfel halbiert um das Schicksal anhand der Kerne im Kerngehäuse abzulesen. Bilden die Kerne ein Kreuz, bedeutet dies Unheil, bilden sie einen Stern, bedeutet es Glück.

So eigenartig diese Traditionen auch teilweise vielleicht für uns klingen mögen, haben sie doch alle eins gemeinsam, sie verbinden Menschen und geben ihnen Hoffnung und Halt für das anstehende Jahr. „Wie der Anfang so das Ganze“ war schon das Motto der Römer, das bis heute noch zu erkennen ist.

Text: Marion Pertschy

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