Der Wein hat den Hitzesommer 2015 gut überstanden.

Leopoldsberg, Wiener WeinNach einem schwierigen 2014er-Weinjahr ist der Wein mit guter Winterfeuchte und einem schönen Frühjahr optimistisch in die 2015er Vegetationsphase gestartet. Gebietsweise gab es nach einer erfolgversprechenden Blüte noch einige Niederschläge, ehe die Weingärten mit einem heißen und trockenen Sommer konfrontiert wurden. Trockenheit und lange Hitzeperioden mit Temperaturen weit jenseits der 30Grad-Marke brachten vor allem Weingärten auf seichtgründigen Böden und Junganlagen an ihre Belastungsgrenze. Bewässerungsanlagen, wo vorhanden, waren im Dauereinsatz und die Winzer setzten weinbautechnische Maßnahmen, um dem Trockenstress gegenzusteuern. So wurdenspeziell  bei Junganlagen vielfach Trauben geschnitten, um die Rebstöcke vital zu erhalten. Mitte August kam dann der lang ersehnte Regen, für die meisten Gebiete in ausreichendem Maße. Die Weingärten, die sich bis dahin oft nur wenig entwickelt hatten, konnten dann wirklich durchstarten und die durchwegs gesunden Trauben in der Entwicklung vorantreiben. Die letztwöchige Hitzeperiode konnte für den Reifefortschritt der Trauben optimal genützt werden, wobei sich die mittlerweile etwas kühleren Nächte auf die Aromaausbildung sehr positiv auswirken.

„Wenn es die Witterung weiterhin so gut mit uns meint, steht uns mit dem Jahrgang 2015 ein sehr guter, vollreifer Weinjahrgang mit etwas höheren Alkoholgehalten und geringerer Säure als im Vorjahr ins Haus“, ergänzte Johannes Schmuckenschlager, Präsident des österreichischen Weinbauverbandes.

Mengenmäßig sieht es im Jahre 2015 deutlich besser aus als im Vorjahr: Die Steiermark, von der Trockenheit nicht i so großem Maße betroffen, erwartet sowohl einen sehr guten Jahrgang. Das Burgenland geht von einer Normalernte aus, wobei heuer gerade an den Rotwein hohe Qualitätserwartungen gestellt werden können. Niederösterreich und Wien erwarten eine gute Normalernte, jedenfalls deutlich mehr als 2014. Unsicherheitsfaktor, die Menge betreffend, ist die Mostausbeute, da aufgrund der Trockenheit mit etwas kleineren Beeren gerechnet wird. Die Lese der Most- und Sturmtrauben am Neusiedlersee hat bereits begonnen. Die Hauptlese dort wird in der ersten Septemberhälfte und in Niederösterreich und in der Steiermark in der zweiten Septemberhälfte beginnen. Aus den Schätzungen in den einzelnen Gebieten ergibt sich heuer mengenmäßig eine gute Durchschnittsernte in der Höhe von 2,4 bis 2,5 Millionen Hektoliter.

Der Wermutstropfen dieses Jahres ist ein schon Anfang Mai aufgetretener Hagelschaden, der im Raum Kremstal, Kamptal und Wagram gut 3000 Hektar Rebfläche schwer beschädigt hat.

Quelle: APA/VAÖ/Klösch
Bild: dieWeinpresse.at

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