Den Kaffee selber rösten. Wie geht das?

Kaffeerösten. Selbstversuch und How-ToDas Rösten. Für den Weg von der Bohne bis hin zum dampfenden Getränk in der Tasse ist es unerlässlich. Denn erst durch das Rösten entfaltet sich das typische Aroma des Kaffees. Doch was geschieht dabei eigentlich? Und ist es vielleicht möglich, Bohnen gar selbst zuhause zu rösten?

Grundsätzlich steht und fällt der Kaffeegenuss mit dem richtigen Rösten, was es zu einer wahren Kunst machen kann. Was grundsätzlich dabei vor sich geht, liegt im Reich der chemischen Reaktionen verborgen. Durch die Hitze des Röstens verbinden sich unter anderem Zucker und Proteine zu einer Vielzahl neuer Verbindungen, die im Zusammenspiel dann das typische Kaffeearoma ergeben. Die ursprüngliche Zellstruktur der Bohne löst sich dabei auf und ihre Furche platzt sogar, ähnlich wie beim Popcorn. Außerdem verlieren die Bohnen beim Rösten ein wenig an Gewicht, danach sollte möglichst luftdicht verpackt werden, da sich einige der Aromastoffe an der Luft schnell verflüchtigen können.

Entscheidend ist vor allem die richtige Temperatur und auch die passende Röstdauer. Bei zu geringer Temperatur und zu wenig Zeit bleibt den Aromastoffen der Weg an die Oberfläche verbaut und damit leidet letztlich der Geschmack. Bei zu großer Hitze und zu langer Dauer bleibt der Geschmack dünn und verbrannt. Bei industriellen Großröstungen bleibt der Vorgang aufgrund wirtschaftlicher Gegebenheiten oft bei diesen hohen Temperaturen und nur kurzen Röstzeiten, sodass damit einiges verloren geht. Schonendere Röstverfahren arbeiten mit Temperaturen im Bereich von gut 200 Grad Celsius, wobei die genauen Zahlen letztlich unterschiedlich sind und vom Gespür des Röstmeisters abhängen.

Eigene Röstmaschinen für den Haushaltsgebrauch sind in gewissen Fällen grundsätzlich im Handel erhältlich (möglicherweise etwa in einem guten Haushaltswarengeschäft) und arbeiten beispielsweise nach dem Heißluftprinzip. Für alle, die beim ersten Selbstversuch jedoch nicht willens sind, diese Anschaffungskosten aufzubringen, ist das Folgende ein gangbarer Weg:
Man heizt das Backrohr auf 230 Grad vor und verteilt die Bohnen gleichmäßig am Backblech, sodass die Luft zwischen ihnen zirkulieren kann. Wichtig ist es dabei, die Bohnen erst bei der fraglichen Temperatur in den Ofen zu geben, um durch das langsame Erwärmen von Beginn an, das empfindliche Aroma nicht zu schädigen. Ab etwa 200 Grad wechseln die Bohnen ihre Farbe, von anfänglichem grün in Richtung dunklerer Farbtöne. Je dunkler die Röstung, desto mehr verlieren die Bohnen ihren eigentlichen Charakter. Daher empfiehlt es sich, sie aus dem Ofen zu nehmen, bevor sie den gewünschten Dunkelton erreicht haben. Die Bohnen rösten danach noch weiter, sie besorgen also den Rest von selbst.

Grundsätzlich sei jedoch davor gewarnt, dass Rösten zuerst für verbrannten Geruch sorgt, ehe die gewünschten Gerüche die Gelegenheit zur Entfaltung erhalten. Sollte sich also während des Röstvorgangs (etwa bis zu zwanzig Minuten) eine Geruchsinvasion ankündigen, so sei gutes Lüften wärmstens empfohlen. Um die Erhältlichkeit von Rohkaffee ist es allerdings nicht bestens bestellt. Die verlässlichsten Quellen für Kaffeeliebhaber sind vor allem diverse Online-Shops. Sind die rohen Bohnen erst zuhause angekommen, so sei verraten, dass sie grundsätzlich gut haltbar sind und je nach Sorte erst nach etwa einem Jahr an Frische verlieren können.

Text & Bild: Cornelius Binder

Comments are closed.

DieWeinpresse located at Wien , 1020 Wien, Austria . Reviewed by 4793 Reader rated: 4.8 / 5