Das Kremstal: Immer eine Reise wert

168262_web_R_K_by_charly_pixelio.deKrems ist die inoffizielle Wein-Kultur-Hauptstadt Österreichs und das Weinbaugebiet Kremstal wartet nicht nur mit köstlichen Weinen, sondern auch mit Kunstschätzen, prächtigen historischen Ensembles und einer lebendigen Gastronomieszene auf.

Das Kremstal hat gegenüber den meisten anderen österreichischen Weinbaugebieten einen Vorteil: Man verfügt nicht nur über eine malerische Weinlandschaft, sondern mit der Stadt Krems auch über ein urbanes Zentrum. Direkt an der Donau gelegen, bietet Krems neben einer sehenswerten Altstadtkulisse modernes Stadtleben. Umrahmt wird der auch weinbauhistorisch bedeutende Ort von den schönsten Weinbergen, die man in wenigen Minuten vom Stadtkern aus „erwandern“ kann.

Doch auch das Umland von Krems hat allerhand zu bieten und darum beginnen wir unsere Annäherung von Süden, also aus dem Traisental kommend. Zwischen Donau und Weinbergen ist da gerade genug Platz für den kleinen Weinbauort Hollenburg, der den Weinreigen südlich der Donau eröffnet. Für entdeckungsfreudige Wein-Pfadfinder bietet dieser Vorposten des Kremstals die ersten Kostproben ausgezeichneter Weine. Durch die Weingärten fährt man auf einer schmalen Straße hinauf zum „Wetterkreuz“. Die auf eine Kapelle aus dem Jahr 1651 zurückgehende Kirche bietet einen herrlichen Ausblick über die Donau und praktisch das gesamte Weinbaugebiet Kremstal. Ein Blick, der auch gleich das Besondere dieses Platzes offenbart: Unterschiedlichen klimatischen Einflüssen vom Waldviertel bis zum pannonischen Raum ausgesetzt und nach allen Seiten offen, ist das Kremstal gleichsam das Herzstück des niederösterreichischen Weinbaus. Ein Herz, durch das freilich nicht nur Grüner Veltliner, Riesling und Co. fließen. Gerade südlich der Donau werden auch erstaunliche Rotweine gekeltert, was sich etwa bei Meinhard Forstreiter in Hollenburg, Sepp Dockner in Höbenbach oder bei den Malats in Furth eindrucksvoll nachverkosten lässt. Gerald Malat darf hier als Pionier genannt werden: Seine 1981er „Cuvée Limousin“ aus St. Laurent und Cabernet Sauvignon war der erste im Barrique ausgebaute Rotwein des Landes, der Falstaff-Sieger wurde. Immer wieder eindrucksvoll ist der Cabernet Sauvignon, den der leider viel zu früh verstorbene Doyen der österreichischen Gourmet-Kritik, Christoph Wagner, anerkennend als „Donau-Bordeaux“ bezeichnet hat, und der burgundische Pinot Noir, der zu den besten des Landes zählt. Bei Malats ist aber nicht nur gut trinken, sondern auch schön wohnen – im nagelneuen Wein-Boutiquehotel mit Blick auf das Stift Göttweig, das mit seinen imposanten Ausmaßen wie ein gewaltiges Barockschloss über dem Kremstal wacht. Die Geschichte des Stifts war stets mit dem Weinbau verbunden, der seit einigen Jahren unter der önophilen „Seelsorge“ von Fritz Miesbauer eine beeindruckende Renaissance erlebt. Dieser spielt im Kremstal eine Doppelrolle und hat es auch im traditionsreichen Weingut der Stadt Krems geschafft, einen großen Namen mit ebenso großer Weinqualität wiederzubeleben.

Kulinarisch landen kann man in Krems gleich am Donauufer, bei der Schiffstation. Dort bietet das „Wellen.Spiel“ eine gelungene Mischung aus Restaurant, Café, Shop und Vinothek in chilliger Atmosphäre. Auf der großen Terrasse direkt am Donauwasser kommt Urlaubsfeeling auf. Ein weiteres Gourmethighlight des Kremstals hat jetzt einen „neuen“ Protagonisten: Charly Teuschl, jahrelang Chef des feinen Restaurants LA TE ins Krems-Stein, ist Mitte 2013 ins Kloster übersiedelt und hat dort ein kulinarisches Gesamterlebnis in prachtvoll restaurierten Klostermauern zu bieten. Wer’s bodenständiger mag, kehrt im Museumswirtshaus Hofbauer ein. „Garniert“ werden all diese und viele weitere kulinarische Genüsse – etwa im Gasthaus „Zum Elefanten“, im „Kaiser von Österreich“ oder bei Ulli Jell – mit kulturellen Angeboten vom Karikaturmuseum über die Artothek und die Österreichische Filmgalerie bis zum Museum Krems. Darüber hinaus ist Krems nicht nur eine Einkehr-, sondern auch eine Einkaufsmeile zum Flanieren und Shoppen. Neben internationalen Ketten haben sich hier auch noch alteingesessene Geschäfte, vom kleinen Blumenladen über den Fleischer und Edelbäcker bis zu Konditor und Glasgeschäft, gehalten.

Von Krems aus bietet sich eine Vielzahl von Wein- und Genussexkursionen in nördlicher und östlicher Richtung an, sodass man sich hier am besten gleich für eine Woche niederlässt. Zum Landgasthaus Schwarz in Nöhagen etwa, das über eine von Weinpfarrer Hans Denk persönlich gesegnete Weinauswahl verfügt, ins malerische Kremstal hinein, vorbei an historischen Mühlen und Höfen bis zu Martin Nigls Genussparadies oder hinauf nach Gneixendorf und Stratzing, wo sich noch allerlei Winzer-Geheimtipps auf eigene Faust entdecken lassen. Wendet man sich dagegen nach Osten, so passiert man die wohl eindrucksvollsten Lössterrassen des Landes und kann sich bei einer ganzen Reihe von renommierten Winzern in die typischen Löss-Veltliner „eingraben“. Wer mit dieser großen Aufgabe durch ist, darf sich abschließend einer besonderen Wein-Spezialität widmen. Sepp Mantler pflegt in seinem stattlichen Mantlerhof in Brunn im Felde mit großer Hingabe den traditionellen Roten Veltliner, der listigerweise jedoch ein Weißwein ist, dessen Trauben sich bei Vollreife rot verfärben. Die Weine sind fantastisch und langlebig, die Sache hat nur einen Haken: Sie sind immer rasch ausverkauft. Dem kann der versierte Kremstal-Fahrer jedoch vorbeugen, indem er rechtzeitig vorreserviert, oder er kauft sie ganz einfach beim Noitz in Krems, der das Mantler-Sortiment in epischer Breite anbietet.

Text: Regionales Weinkommitee Kremstal
Bild: charly/pixelio.de

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