Cuvee Gols, 2007, Georg Preisinger

Im Glas Purpur, dunkelvioletter Kern, relativ breiter trüber Wasserrand. Braucht einiges an Luft dann recht ätherisch, rote Beeren, Zwetschkenröster, Waldbeermarmelade, etwas Espresso und Powidl. Am Gaumen Erdbeermarmelade, ätherische Noten, etwas Preiselbeere, feiner runder Espresso, Toast, auch eine kleine alkoholische Note, spürbare knackige fast noch ein wenig sperrige  Tannine, schon eher lang im Mund.

Georg Preisinger, Gold

Georg Preisinger, Gold

Alles in allem aber schon ein toller Wein. Mit Ecken und Kanten quasi, aber das ist durchaus gewünscht und stimmig. Und das ist auch ein Zug, den man an anderen Kandidaten oft sucht und nur selten findet. Ein schöner Zweigelt/Blaufränkisch-Cuvee, einer der auch noch ein wenig Zeit haben dürfte. Die Verkosterrunde, und ich im speziellen, überlegt, ob er drei oder vier  Spirits verdient und immer mehr kommt man zur Überzeugung, er ist ein wirklich feines Weinerlebnis, im Preis durchaus angemessen mit etwa € 15,- und kräftige vier Spirits wert. Die alkoholische Note wird er wohl mit etwas Zeit noch verlieren.

Der sympathische Georg Preisinger hat eine ganz eigenständige Haltung zum Weinmachen. Besinnliche Langsamkeit, ganzheitliche Prozesse, der Dynamik der Natur gehorchen. Das sind die großen Eckpfeiler seiner bacchantischen Spiritualität. Und so behutsam seine Weinkunst auch ist, so durchdringend ist sie auch, denn das Weingut, dass bereits in ähnlicher Form seit der Mitte des 19. jahrhunderts besteht, ist bereits mit einer ganzen Anzahl von Anwärtern und Siegern auf den Titelseiten der Verkostungsjournale zu finden. Sehr spannend, wie ich finde.

Verkostet, am 13.10.2012
Bild: Georg Preisinger

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