Constanzes Früchte

ConstanceWenn es um Süßes geht, dann gehen wir immer zu Constanze. Sie hat einen Obstladen und immer wieder gute Ideen für einen erfrischenden Nachtisch oder wenn es etwas feiner wird, ein köstliches Dessert. Als wir in diesem Jahr im März bei Klein Constantia zur Weinprobe vorbeigeschaut haben, da tröpfelte uns wieder der traumhafte Süßwein des Weinguts ins Probierglas. Der Vin de Constance ist ein ganz wunderbarer Dessertwein. Er bringt die verspielte Leichtigkeit mit, die ein Dessertwein aus meiner Sicht haben muss, nicht zu süß, noch etwas leichte Säure und nicht zu dominant auf der Zunge, aber dennoch so stark im eigenen Geschmack, dass es einem schwerfällt davon nur ein Glas zu trinken.

Da stand ich nun also in Südafrika. Neben mir Frau H., vor mir Constance in flüssiger Form und in Gedanken hatte ich für einige Sekunden Constanzes süße Früchtchen und was mit diesen und dem fantastischen Wein gezaubert werden könnte.

Aus dem sonnigen Kapstadt kehrten wir Ende März wieder ins immer noch kalte, nasse und graue Deutschland zurück. Glücklicherweise hatten wir die Sonne im Gepäck und einige Ideen für wundervolle Nachspeisen aus den Früchten von Constanze und dem leckeren Dessertwein von Constantia.

Zuerst hatten wir an wilde Kreationen aus Eis und Früchten mit Sahne gedacht, dann an wilde Kombinationen aus gebackenen Obst, wie wir es vom Chinesen kennen oder Kreationen, die sich um das Thema südafrikanische Früchte drehen würden. Vor unserem inneren Auge erhoben sich Berge von Mousse in einem Gletschersee aus Süßwein und kleinen Sahneeisschollen.

Mit diesen Kalorienbomben im Kopf machten wir uns auf den Weg zu Constanze. Erst einmal erzählten wir ihr von dem leckeren Wein mit ihrem Namen, zurecht forderte sie uns erst einmal auf diesen Tropfen bei ihr zur Verkostung vorbeizubringen, damit sie uns dann die entsprechenden Ratschläge geben könne.

Nach der kleinen Weinprobe am Obststand schaute Constanze eine Weile verzaubert in den grauen Himmel, sie suchte wohl den Sommer der auf ihrer Zunge lag, und dann packte sie uns ein paar Aprikosen, einige Nektarinen und ein Glas ihrer selbstgemachten und unwiderstehlichen Orangenmarmelade ein. Die Damen tauschten sich noch kurz aus und dann wurde auch ich in das Geheimnis des Desserts eingeweiht. Mit den Ingredienzien würde ein Aprikosen/Nektarinenkompott, mit karamellisierter Orangenmarmelade verfeinert, an einer Crème Brûlée gezaubert, wobei der Wein, fast zur Nebensache werdend, nur noch als korrespondierendes Element den Geschmack des Desserts unterstreichen würde oder durfte.

Ganz weit entfernt von den klassischen europäischen Süßspeisen sind wir mit dieser Variation nicht gewesen, aber es türmten sich keine Sahneberge und Schokoladenbergwerke vor uns auf, sondern nur eine süße Kombination aus dreierlei Köstlichkeiten: Wein, Obst und ein wenig angeschmorte Sahne.

Text: Patrick Meier, Frankfurt
Bild: Meier

 

 

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