Christoph Hess‘ Fassproben 2014 – genussreiche Aussichten.

Christoph HessJust fine wines. Das ist das Credo von Christoph Hess. Der Jungwinzer, von dem wir hier berichtet haben, legt viel Wert auf Sortentypizität, Terroir und Charakter seiner Weine. Wie er selbst sagt, braucht es für guten Wein reifes und gesundes Traubenmaterial, was nur durch sorgsame Arbeit im Weingarten erzielt werden kann. Die Rebstöcke befinden sich in den besten Lagen rund um Neusiedl. Die „Lange Sauerbrunn“ , eine kühlere Lage mit schwerem Boden, ist ideale Heimat für den Sauvignon Blanc. Die mehr als 35 Jahre alten Rebstöcke des Welschriesling am „Seefeld“ stellen die älteste Anlage des Weinguts dar. „Mittlere Sauerbrunn“, so wie „Hausberg“ und „Hutweide“ bilden die idealen Grundlagen für Aromatik und Fülle des Grünen Veltliner. Die Rebsorte Zweigelt ist sowohl in der „Hutweide“ wie auch am „Kirchberg“ beheimatet und die „Mittlere Sauerbrunn“ ist auch mit Blaufränkisch bepflanzt.
Andy Bigler hat die Fassproben 2014 verkostet. Was uns erwartet? Andy Bigler berichtet:
„Welschriesling: Wie sein Vorgänger ist auch der 2014er Welschriesling ein ganz ehrlicher und typischer Sortenvertreter, mit passender Gesamtstruktur (dezente Säurebegleitung), keine unreifen Grüntöne, belebender mittellanger Abgang, stimmiger Nachklang. Dem gebühren trotz seiner Jugend drei Spirits für Sortencharakter und Terroir, denn das zeigt er bereits. Die Hefetöne werden in den nächsten Monaten verschwinden, dann ist er ein möglicher Kandidat für vier Sterne.
Am See – Weiss: Zurzeit noch jeder in seinem Fass, werden in ein paar Monaten ⅔ Grüner Veltliner (500 Liter Allier-Fass) mit ⅓ Sauvignon Blanc (225 Liter Akazien-Fass) verschnitten. Die Fassprobe wurde, entsprechend dem gewünschten Endergebnis, im Kostglas verschnitten.
In der Nase präsentieren sich Würze und Extrakt mit dezent pfeffrigen Noten, Stachelbeeren, Akazienblüten und saftiges Biskuit. Am Gaumen fruchtig, saftig und füllig, mir sehr dezenten Holznoten und feiner Kräuterwürze, getragen von einem gut integrierten Säuregerüst. Der mittellange Abgang hat logischer Weise noch einige Ecken und Kanten, ist aber bereits jetzt sehr anmutig, mit Finesse und Charme. Dieser Wein hat Zukunftspotential und wird trotz moderner Stilistik Klasse und Bodenständigkeit repräsentieren, denn sein Charakter ist weit entfernt von „uniformierter Holzwein Stilistik“!
Gefürchtet hab ich mich, als ich das Glas bekam, Grüner Veltliner und 500 l Allier mit Medium plus Toasting und auch noch neu und dann auch noch ein lauter Barrique Sauvignon Blanc; bitte nicht! Ich wurde eines Besseren belehrt, denn das ist eine Weisswein Cuvee, die österreichisch ist und sich toll entwickeln wird, daher gebe ich vier Spirits. Ob es sich in einigen Monaten auf fünf Sterne ausgeht? Wäre möglich, Im Dezember muss man nochmals kosten!“
Verkostet im Februar 2015
Text: Andy Bigler/ Kathrin Bürger
Bild: Hess

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