Chefverkosters Diary. Frühlingsbetrachtungen.

Frühling Wein VögelZugegeben, der Titel Frühlingsbetrachtungen hat schon fast eine etwas zynische Komponente. Denn gerade in den letzten Tagen hat uns der Frühling auf eine harte Probe gestellt. Tief winterlich und weiß verschneit stellt sich die Landschaft nicht nur hier in Wien dar. Nein, der Großteil Österreichs zeigt, dass Meister Winter noch immer das Zepter fest in der Hand hält. Hier auf der Weinpresse allerdings zeigt sich das – wenn auch eher virtuelle – Wetter gefällig. Hier zieht langsam der Frühling ein und zeigt uns, dass der Jahrgang 2012 in Österreich spannende Seiten hat und vor allem – zeigt er, dass die Weinpresse auf dem richtigen Weg ist.

Und dieser Weg führte uns in diesem Monat speziell ins Burgenland. Wir hatten eine intensive Zeit und ein sehr fruchtbares Interview mit einem ausgesprochen zukunfts- und aussichtsreichen Winzer aus Rust. Gernot Schreiner hat uns verraten wie er tickt, wie seine Weine entstehen und vor allem was ihn antreibt und wie sein Zugang zum Weinmachen ist. Besonders schön, das sei an dieser Stelle vermerkt, war für mich die sehr berührte Reaktion des Winzers und seiner Frau auf unser Portrait, die ich in Auszügen hier zitieren darf: „Nach einem anstrengend Tag […] sind die Worte, die sie für uns, unsere Lebens- und Arbeitsweise, unsere Einstellung zu Bio und unsere Weine, gefunden haben Balsam für die Seele. Vielen Dank, für das genaue Beobachten und Hinhören, Hinkosten und Verstehen. […] so sensibel und punktgenau, wurden wir selten porträtiert.“ Dem kann ich von meiner Seite beim besten Willen nur noch ein Danke anzufügen.

Das zweite Winzerportrait galt dem Shootingstar ohne Allüren, Hannes Reeh aus Andau. Ein für mich sehr angenehmes aber auch spezielles Interview, denn es passiert selten, dass ich mich so vom Gespräch fesseln lasse, dass ich gegen Ende feststellen  muss, dass wir uns zwar stundenlang sehr angeregt unterhalten  hatten, ich aber nur einen Bruchteil der gewünschten Informationen zusammen habe. Der Artikel selber wurde allerseits mit breiter Zustimmung goutiert und auch des Winzers Weine treffen Nase und Gaumen einer großen Fangemeinde genau. Eine durchaus interessante Qualität, wie ich finde.

Die wohl größten Geschenke für die Weinpresse sind aber ihre Autoren. Nun will ich mich hier bescheiden ausnehmen aber wir haben in diesem Monat beispielsweise viel über Kaffee erfahren dürfen, und das in einer – wie ich denke – sehr angenehmen und stilistisch anregenden Form. Vielen Dank an dieser Stelle an Peter Steininger für seinen Einsatz und für sein großes Wissen, das er regelmäßig mit uns teilt. Ein weiteres Highlight sei hier erwähnt: Unser Autor Hannes Glanz, der in diesem Monat auch wieder seinen Beitrag geleistet hat, hat endlich sein erstes E-Book veröffentlicht. Spannende Rezensionen und ganz herausragende Verkaufszahlen lassen hier aufhorchen. Eine Gratulation dazu  von der Weinpresse an dieser Stelle. Und Peter Ladinig, seines Zeichens Präsident des Kärntner Sommelierverbandes, hat uns mit einigen Worten zum Thema gereifte Weine in der Gastronomie verwöhnt. Auch ihm sei an dieser Stelle ein Danke gewidmet. Und ganz wichtig: Bibi Stift, unsere Kulinarikerin. Ein Danke an sie und die vielen Momente des virtuellen Genusses in ihren Artikeln.

Worauf wir uns aber in den kommenden Wochen wirklich freuen dürfen hatte ich in einem Facebook-Beitrag bereits kurz angerissen. Charly Egger, seines Zeichens einer der großen Schokoladekenner Wiens, wird uns mit seinem umfangreichen Wissen zeigen, wo nur Schokolade drauf steht oder vielleicht auch viel Genuss drin ist! Hier dürfen wir wirklich gespannt sein, denn kaum ein Thema liegt der Weinpresse so nahe wie Schokolade.

Also, geschätzte Leser, bleiben sie uns gewogen. Ich wünsche ihnen einen schönen, genussreichen und frühlingshaften  April und – natürlich – immer ein Fingerbreit Wein im Glas.

Ihr Chefverkoster, Herausgeber und Weinfreund
Gregor Klösch, barrique@dieweinpresse.at

Foto: creatifixus / 123RF Stock Photo

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