Bunte Vielfalt (Teil 5): Cocktails und ihre Zubereitungsarten

Cocktail Dekoration How toGeschüttelt, nicht gerührt! Es ist einer der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte und sichert dem Wodka Martini seit Jahrzehnten seinen Platz in Kino, Fernsehen und der Welt der Agentenfilme. Jeder, der die Fernsehabenteuer eines gewissen britischen Geheimagenten kennt, weiß natürlich zu berichten, dass sich die magischen drei Worte auf die Zubereitungsart eines Cocktails beziehen.

Geschüttelt, Gerührt oder doch im Mixer?
Beim Schütteln (Shaken) findet die Zubereitung des fraglichen Drinks stets außerhalb des Glases statt, aus dem man später trinkt. Wer es auch nur gelegentlich in Bars, Lounges oder Clubs schafft, dem seien die annähernd zylinderförmigen Metallbehältnisse ins Gedächtnis gerufen, die dabei zum Einsatz kommen. Grundsätzlich greift der Barkeeper immer dann zum Shaker, wenn die Zutaten schwer vermischbar sind. Beispielsweise bei dickflüssigen Säften, Eiern, Likören oder auch bei Sirupen und Sahne. Das Schütteln selbst nimmt dabei, auch wen es die augenscheinlichste Tätigkeit ist, nur 10 bis 20 Sekunden in Anspruch. Es geschieht typischerweise mit dem Shaker in waagrechter Haltung und vom Körper weg.

Eis als integraler Bestandteil?
Stets mit an Bord ist da eine Ladung Eiswürfel und sie landet als Allererstes im Shaker. Gefolgt von den nichtalkoholischen und dann den alkoholischen Zutaten. Das Eis sorgt für die Kühlung, ist jedoch nicht Teil des endgültigen Cocktails, da der Drink vorher durch ein Sieb ins Servierglas abgeseiht wird. Selbstredend hat das Schmelzwasser dabei Einfluss auf den Geschmack, was bei gewissen Cocktails auch durchaus beabsichtigt ist. Eben dort wo eine gewisse Verwässerung angedacht ist (z.B: beim Mai Tai) findet das Shaken (und Servieren) mit Crushed Eis statt, das selbstverständlich schneller schmilzt. Ist man dagegen weniger auf Schmelzwasser aus, bleiben die Eisstücke größer, etwa normale Eiswürfel.

Jetzt rühren
Das Rühren (stirr) kommt bei Cocktails mit leicht vermischbaren Zutaten zum Einsatz. Dies kann sowohl in einem Rührglas mit allen Zutaten, einer Ladung Eis und einem langstieligen Barlöffel geschehen, als auch direkt im Servierglas. Bei der Zubereitung im Rührglas wird der Mixdrink umgerührt, bis das Rührglas außen beschlägt und danach wiederum durch ein Sieb abgeseiht, sodass das Rühr-Eis wie beim Shaken zurückbleibt. Das Ergebnis des Rührens sind im Gegensatz zum Shaken klare Drinks. Streng nach Rezept wäre etwa der Wodka Martini ein Rühr-Cocktail, was James Bonds Geschmack traditionell wohl nicht wiederspiegelt.

Verlangt ein Rezept den Einsatz von Früchten, Speiseeis oder soll ein Cocktail geeist (frozen) serviert werden, so geht es ans Mixen (blend). Dabei landen die Zutaten wiederum zusammen mit einer Ladung Eis im Mixer und werden auch hier nur etwa einige Sekunden zusammen püriert. Im Interesse des jeweiligen Mixers empfiehlt es sich jedoch stets nur Crushed Ice zu gebrauchen, um die Klingen nicht unnötig abzunutzen. Soll ein Cocktail besonders cremig ausfallen, so sei der Griff zu einen Quirl-Aufsatz empfohlen. Ein Beispiel eines Mixer-Drinks ist etwa der Daiquiri.

Selbstredend sind auch das keineswegs alle gebräuchlichen Zubereitungsmethoden. Etwa beim Mojito kommt ein Stößel im Servierglas zum Einsatz und auch schichtweises Zubereiten (build) ist verbreitet, wie etwa beim B52. Allerdings gilt es dabei eines nicht zu vergessen: Die Zubereitungsart hat zwar sehr wohl Einfluss auf Geschmack und Aussehen des Drinks, doch die Frische der Zutaten ist wesentlich zentraler!

Text: Cornelius Binder
Bild: Pixabay

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