Buchertberg Rot, 2013, Herrenhof Lamprecht

Herrenhof Lamprecht SteiermarkIm Glas tiefdunkles Rot mit schwärzlichen Reflexen. In der Nase saftig und fruchtfleischig mit Noten schwarzer Waldbeeren, Hibiskus, Garten- und Wiesenkräutern und einem Hauch von getrocknetem Rosenpaprika. Am Gaumen fein verwobene Frucht mit sehr gut eingebundenen, zarten Tanninen. Sehr dezente mineralische Noten sorgen für eine finessenreiche Gesamtstruktur. Der Abgang überzeugt mit harmonischer Gesamtstruktur und passender Länge.

Diese Cuvee besteht zu 85% aus Blaufränkisch. Die restlichen 15% teilen sich Pinot Noir, Blauer Wildbacher, St. Laurent und Kadarka, eine sehr alte, anspruchsvolle Rotweinsorte deren Hauptvorkommen am Balkan und in Ungarn liegt. Trotz seiner Geschmeidigkeit zeigt dieser Wein Kraft und einen eigenständigen Charakter. Zurzeit empfiehlt es sich ihn zu dekantieren und er sollte auch nicht all zu warm genossen werden (15° bis 16° C Serviertemperatur). Sein sehr gutes Potential wird ihn in den nächsten Monaten und Jahren zu einem wirklich charaktervollen, gut zu trinkenden Wein, reifen lassen. Der nächste Tag bringt so manches Mal eine Überraschung  beim Verkosten. In diesem Fall zeigt sich, dass der Buchertberg Rot noch einmal kräftig zulegt. Und für ein solches kraftvolles Gesamtergebnis verdient er sich volle fünf große Sterne.

Fazit: Herrenhof Weine verfügen über viel Potential, daher verlangen sie zumindest nach einer mittelfristigen Lagerung, um ihre volle Größe zeigen zu können!

Seine Seminare, seine Verkostungen nennt er pur, seine Weingärten lebendig, farbenfroh und belebt. Der junge Freestyle-Winzer aus der Steiermark hat einen Demeterbetrieb aufgebaut, eine Weinmanufaktur der Sonderklasse. Selber sagt er: “Über Weingärten kann man viel schreiben, doch das Wesen einer guten Hanglage kann man erst begreifen, wenn man vor Ort zu den Reben geht.” Er und seine Weine haben in Wahrheit den Status des Geheimtipps bereits verlassen, denn er hat sich in den letzten Jahren einen fixen Platz am österreichischen Weinhimmel erkämpft.

Text: Andy Bigler
Verkostet im September 2015

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