Bruna. Das sanfte Streicheln des Windes in der Flasche.

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Den Platz, den sich die Familie Bruna in den letzten 30 Jahren für ihren Pigato erobert hat – und den sie auch für die Rebsorte an sich erkämpft hat – den erarbeiten sich Francesca und Roberto auch auf anderen Gebieten. Denn in ihren Weingärten gedeihen nicht nur die großen Weißen, hier finden wir auch beispielsweise einen Rossese, der jung und fruchtig, kalt genossen werden will, oder auch den einen oder anderen Grenachecuvee, der auf jeden Fall für einige Zeit in den Keller möchte um hier in Ruhe erwachsen zu werden.

Francesca und Roberta Bruna, Verkostungstisch

Bei den Brunas am Verkostungstisch. Italien pur.

Von den Roten gibt es sowohl eine eher gastronomische Variante als auch eine Reserve. Beide sind typisch für die Region, typisch für das Terroir und für den Weinmacher. Zwar haben hier die roten Herren nicht ganz so grosse Tradition wie die weißen Vertreter, beispielsweise der Pigato. In jedem Fall  stehen sie dem großen weißen Bruder aber in nichts an Qualität nach. Ganz im Gegenteil, samtig, elegant und schlank, niemals wuchtig aber trotzdem ausdrucksstark kommen sie ins Glas. Die roten Protagonisten kommen zum Unterschied von den Weißen nach dem Stahltank für mindestens zwölf Monate ins Barrique. Spontane Fermentation ist hier kein Fremdwort, wie auch bei den großen Weißen. Auch hier gilt die kompromisslose Suche nach der Eleganz, die Liebe zum Weinmachen, der alles andere unterstellt wird.

Und die Familie lebt diesen Gedanken sichtlich mit. Der Gedanke des Conex von Familie und Weingut, die Idee, dass die Weine Brunas die Landschaft, das Terroir, die Familie und die Region in ihrer unverrückbaren Verbundenheit  widerspiegeln, das genau ist, was hier im Glas spürbar wird.

Francesca und Roberto Bruna, Alle 6 Weine und 2 Brände.

Alle 6 Weine und 2 Brände. Terroir in der Flasche. Und daneben.

„Mein Interesse ist es, schlanke und elegante Weine zu machen.“, so die sympathische Francesca, „Eher etwas weglassen, als hinzuzufügen.“ Breit und wuchtig würden die Roten dieser Gegend von selber, hier wäre es die Kunst des Weglassens, die Kunst die schlanke Eleganz in die Flasche zu füllen.

Und auch in den Etiketten spiegelt sich die Verbundenheit von Familie und Wein wider. Designed von Roberto Bruna, sind alle 8 Labels Handarbeit aus dem eigenen Hause und die Tatsache, dass das Flaggschiff des Hauses U Baccan dem Vater Riccardo Bruna und Bansigu (ligurischer Dialekt für schaukeln) den vier Kindern gewidmet ist, spricht auch hier für sich.

Der Erfolg der Familie Bruna, dessen Grundstock und Werdegang ich schon im ersten Teil erwähnt habe, bezieht sich aber nicht nur auf Italien. Inzwischen hat die internationale Weinwelt das kleine Weingut entdeckt und der Verkauf nach Deutschland, USA, Japan, Singapur und so manchem andere Land floriert. Diese Tage startet der Verkauf nach Canada, die Vorbereitungen laufen bereits. Für uns Konsumenten bleibt nur zu hoffen, dass die Qualität auch mit dem Druck des internationalen Marktes gleich bleibt. Und bleiben kann. Alles Gute Francesca und Roberto.

Le Russeghine, 2011, Bruna
Maje, 2010, Bruna
U Baccan, 2010, Bruna
Rossese, 2011, Bruna
Bansigu, 2011, Bruna
Pulin, 2010, Bruna

Bild: DieWeinpresse

 

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