Blaufränkisch Dürrau, 2006, Paul Lehrner

Paul Lehrner, MittelburgenlandIm Glas dunkles Purpur, opaker Kern. In der Nase zuerst Noten von rohem Fleisch dann Dörrobst, kräftig rotbeerig, Vanille, mit Luft immer mehr ruhig fließend. Am Gaumen rotbeerig, Dörraromen, etwas Kakao, feine Fruchtsüße, ruhig fließend, gleichbleibend kräftig und schmelzig, harmonisch und rund, Chillinoten gegen Schluß, endlos lang.

Ein wirkliches Weinerlebnis. So ruhig strömend, so gleichbleibend kräftig auf allen Ebenen und wunderbar schmelzig, dabei so schön definiert, so harmonisch und rund gleitet er von der Zunge. Im Grunde will man ihn gar nicht von der Zunge lassen, so einen mundfüllenden Kandidaten hat man nicht oft im Mund. So wenig Pathos, so viel Eleganz und dabei so feinporig und doch in seiner Struktur kräftig und strömend. Die Verkosterrunde hat den Tagessieger gefunden, ja, das geht wohl weit über einen Tagessieg hinaus, das ist großes Kino, Stoff für noch einige Jahre. Kaufen Sie ihn, falls Sie ihn bekommen, kosten Sie ihn, sollte er angeboten werden. Und nein, das ist kein Loblied, das ist eine Hymne.

Der Winzer und der Weingut sind eines. Das trifft oft zu, nicht immer, hier scheint es ganz besonders zu passen. Das Weingut umfasst gute 26 ha Weingärten, dort in Horitschon, und bringt als echtes Familienunternehmen drei Generationen unter einen Hut. Das Gehirn dahinter, oder besser der Gaumen ist der Paul Lehrner, der es immer wieder schafft Wein zu machen, die die Charakteristiken der Lagen, des Terroir, der Gegend widerspiegeln. Und dabei nie überladen wirken.

Verkostet, am 30.8.2013
Bild: Lehrner

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