Blaufränkisch, 2006, Jörg Bretz

Jörg Bretz, CarnuntumSehr dunkles kräftiges Kirschrot mit zwiebelschalenfarbenen Reflexen. In der Nase zuerst relativ viel saure Weichsel, kräftig und intensiv, Vanille, viel dunkle Würze, Laub, mit Luft auch Rosenseife, salzige Avancen. Am Gaumen süsse Weichsel, Vanille, Kokos, kräftige dunkle Würze, wieder Rosenseife, Toast, Weichselkompott, kräftige etwas pelzige und auch adstringierende  Tannine, gegen Ende wieder sehr dunkler Toast, mittellang.

Dies ist einer von Herrn Bretz‘ Weinen, bei denen die Einbindung des Holz sehr schön gelungen ist. Wie immer ist er recht vielseitig, das Holz kräftig zu spüren aber hier ist auch die Frucht nicht ganz zu kurz gekommen, auch die ist zu spüren. Drei Spirits vergibt die Verkosterrunde, wie meist bei diesen Weinen sind die Meinungen durchaus ambivalent. Eine Kaufempfehlung? Ja, durchaus, die Kosten sollten unter € 15,- liegen.

Jörg Bretz, dessen Interview man hier nachlesen kann, ist im Moment mit vielen Weinen hier präsent. Was auch daran liegt, dass er die Meinungen immer teilt und immer wieder aufs neue die Ambivalenzen weckt. Der rührige Deutsche, der im Carnuntum lebt und wirkt, ist bekannt für seine mutigen Weininterpretationen und für sein Stehvermögen in Sachen Gegensätzlichkeiten. Er ist wohl der einzige österreichische Winzer, der seine Gewächse mehrere Jahre im Holzfass und auch in der Flasche läßt bevor sie in den Verkauf gehen.

Verkostet, am 12.2.2012
Bild: Bretz

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