Blauer Portugiese Kiesling, 2009, Jörg Bretz

Jörg Bretz, Carnuntum

Jörg Bretz, Carnuntum

Dunkles Rubingranat, kaum sichtbarer trüber Wasserrand. In der Nase zuerst etwas marmeladig, mit Luft frisch geschnittenes Holz, dann Schlehdorn und etwas Preiselbeerkonfit, dunkler Toast, Zitrone darüber. Am Gaumen wieder Schlehdorn und Preiselbeere, viel dunkler Toast, wird nicht wirklich homogen, Zitrone wieder darüber, bricht etwas weg gegen Schluss, kräftige adstringierende Tannine, mittellang, im Nachhall Toast und Zitrone.

In Wahrheit ist dieser Rote ein nicht allzu komplexer Kollege. Eher einfach, vielleicht auch ein netter Speisenbegleiter, kommt er aber kaum richtig in die Gänge – auch Luft oder Temperatur helfen da wenig. Der Blaue Portugiese ist in Österreich meist nur Cuveepartner, als Solist finden wir ihn selten. Und das möglicherweise nicht ganz ohne Grund? Der Vorliegende  hat es gerade so bis zum zweiten Stern geschafft, mehr war nicht drin. Eine Kaufempfehlung? Hm, ich überlege noch, ja?

Jörg Bretz ist ein Ausnahmewinzer aus dem Carnuntum. Er steht für aussergewöhliche Weine, für sehr gereifte und auch sehr eigenständige Produkte, die sich auch nicht um Modeerscheinungen und ähnliches kümmern. Das Gespräch mit Jörg Bretz spricht für sich und zeigt gut seine Haltung zu seinen eigenen Weinen im Speziellen und Österreichs Weinen im Allgemeinen.

Verkoster, am 15.1.2013

Bild: Bretz

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