Blauburgunder, 2009, Meinklang

Werner Michlits

Werner Michlits

Im Glas kräftiges mittleres Rot, dunkles Purpur im Kern, kleiner Wasserrand, schöne Haftung. In der Nase zuerst ein kleines Stinkerl, dann etwas Erdbeere, Kirsche, Waldbeerenkonfit, darunter ein kleiner schwarzer Espresso, recht dicht. Am Gaumen stoffig und burgundisch, rote Waldbeeren, saftig und trinkig, wieder Konfit und darunter dunkle Kräuterwürze, recht elegant, weiche samtige Tannine, im Schluß etwas bitter. Mittellang.

Elegant und sehr fein. Recht vielschichtig, macht sich gut im Glas, ein schöner Solist und vermutlich auch ein sehr feiner Essensbegleiter. Die Verkosterrunde hat für so viel Vielseitigkeit und burgundische Stoffigkeit vier Spirits über und – auf jeden Fall auch eine Kaufempfehlung. Und auch preislich kann er sich richtig sehen lassen: Die Flasche für einiges unter € 10,- Da lacht das Verkosterherz.

Hinter dem Synonym Meinklang steht im Grunde der burgenländische Winzer Werner Michlits samt der ganzen Familie. Der Hof ist ein ganz bestimmter Typus, einer, den man im Burgenländischen früher sehr oft fand, ein sogenannter pannonischer Mischbetrieb. Wein, Angus-Rinder und eine Vielzahl von Feldfrüchten werden hier nach Demeterart angebaut, gepflegt, gehegt und geerntet. Biodynamik ist hier Pflicht und zugleich auch Kür. Dass Wein kein Nebenprodukt und Stiefkind ist, kann man unschwer an der Qualität erkennen, die der Weinmacher in die Flasche füllt. Viele Genussfans kennen ihn schon lange und für mich hat er schon lange den Status eines Nur-Geheimtipps verlassen. Der Name Meinklang steht für Geschmack im Glas.

Verkostet, am 17.10.2012
Foto: Meinklang

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