Bier ist unser Gemüse.

Bier ist gesund.Darüber, dass Bier nicht nur schmeckt, sondern auch gesund ist, darüber schrieben nicht nur Paracelsus, Hildegard von Bingen und Martin Luther, darüber gibt es bis heute bereits über 3000 wissenschaftliche Publikationen. Das Brauereierzeugnis selbst, ist dabei nicht wirklich kalorienreich, aber leider ausgesprochen appetitanregend. 0,2 Liter Bier haben 88 kcal, dagegen hat die gleiche Menge Orangensaft 96 , Wein 155 und Sekt 170 Kilokalorien. Maßvoll getrunken macht es also nicht dick. Wie wir noch sehen werden, gehört es aber zu den gesündesten Getränken der Welt. Und hier kommt auch schon die einzig schlechte Nachricht: Bei Männern gilt als maßvoller Genuss etwa 1 Liter Bier pro Tag, bei Frauen nur 0,6 Liter. Bei einem Mehr an Konsum hebt leider die negative Wirkung des Alkohols, die Positiven  des Gerstensaftes auf.

Eine der früheste Erwähnung darüber, wie wichtig Bier für den Menschen und seinen Organismus ist, findet sich im Gilgamesch-Epos bereits 3000 v.C.. Hierin wird wunderschön beschrieben, wie ein Fabelwesen zum Mensch wird: „Der wilde Enkidu trank das Bier, trank davon sieben Mal. Sein Geist ward frei, und er sprach mit lauter Stimme. Freude erfüllte seinen Leib und sein Antlitz strahlte Hell. Er wusch sich den zottigen Körper mit Wasser, salbte sich mit Öl und ward ein Mensch.“ Gilgamesch war auf der Suche nach der Unsterblichkeit. Mit dem Konsum von Bier ist er diesem Ziel offensichtlich zumindest ein kleines Stück näher gerückt.

Sehen wir genauer hin, welche gesundheitsfördernden Eigenschaften wir finden können. Durch die Rohstoffe Hopfen, Malz, Hefe und Wasser gelangen vor allem B-Vitamine, die als „Haar- Haut und Schönheitsvitamine“ gelten, aber auch für den gesamten Stoffwechsel von Bedeutung sind, in den Körper. 1 Liter Bier deckt darüber hinaus 50% des Tagesbedarfs an Magnesium, 65 % an Niacin und 20% des täglichen Kaliumbedarfs. Durch seinen Vitamin-B12-Gehalt wird es auch Vegetariern als Nahrungsergänzung empfohlen. Zudem ist Bier reich an antioxidantiven Schutzstoffen. Ein Liter davon enthält genausoviele dieser Schutzstoffe wie 4-5 Portionen Obst oder Gemüse. Um die gleiche Wirkung zu erzielen, könnte man aber ersatzweise auch 7 Gläser Orangensaft, 20 Gläser Apfelsaft oder 12 Gläser Weißwein trinken. Damit wirkt es vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senkt das Herzinfarktrisiko um bis zu 50%. Durch seine durchblutungsfördernde Wirkung und den hohen Folsäuregehalt steigert es die Intelligenz und beugt Demenz vor. Es senkt aber auch die Gefahr an Diabetes Typ 2 zu erkranken um 39 % und die Nierensteine zu bekommen um 40%.

Der Hopfen im Bier hat eine antimikrobielle Wirkung, die nicht nur das Bier selbst haltbarer macht, sondern auch das Wachstum von Bakterien im Körper aber auch beispielsweise das von Leukämiezellen hemmt. Seine beruhigende Wirkung fördert den Schlaf. Ein Pils, das stärker gehopft ist, eignet sich perfekt als Schlaftrunk nach stressigen Tagen. Auch wird Bier, vor allem aber die alkoholfreien Varianten, gerne von Ernährungs- und Sportwissenschaftlern als Elektrolyte-Getränk vor und nach dem Sport empfohlen. Denn es hat ein hervorragendes Verhältnis von Kohlenhydraten und Gesamtkalorien und gleicht dabei den Verlust an Mineralstoffen aus. Alkoholfrei ist es durch seinen Folsäure- und Vitamin-B-Gehalt auch sehr gut für werdende und stillende Mütter geeignet.

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Hausmittel: Ein altes Hausmittel auf Bierbasis hat sich bis heute gehalten. Gegen Erkältungen hilft es, warmes Bier mit Honig zu trinken. Das Bier dabei nur erwärmen und nicht kochen. Die Kombination lindert den Husten und macht sehr müde. Leider schmeckt die Mischung so ekelhaft wie sie klingt – aber die Hauptsache ist doch, dass sie wirkt, nicht wahr?

In diesem Sinne Prost und mögen wir solche Hausmittel noch lange nicht brauchen.

Text: Karin Vouk
Bild: volff / 123RF Stock Photo

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