Bestseller aus Österreich. Claudia Rossbacher im Interview. (2)

Steirerblut. Claudia Rossbacher im Interview. Hier finden Sie den ersten Teil dieses Interviews.

KB: “Steirerblut“ wurde sehr erfolgreich verfilmt und im ORF ausgestrahlt. Wird es weitere Verfilmungen geben?

CR: Darauf habe ich wenig Einfluss. Natürlich freue ich mich darüber, vor allem weil ich mit dem ersten Film sehr glücklich war! Susanne Freund, die das Drehbuch schrieb, und Wolfgang Murnberger, der Regie führte, haben aus der Romanvorlage ein spannendes und unterhaltsames Drehbuch gemacht. Es ist ihnen ausgezeichnet gelungen, die Figuren zu skizzieren, deren Sprache einzufangen, vor allem aber die Beziehung zwischen Mohr und Bergmann zu charakterisieren und die Dialoge zu pointieren. Hary Prinz und Miriam Stein waren auch eine wunderbare Besetzung für die Ermittler. Insofern wäre eine weitere Verfilmung wunderbar und es sieht gut aus.

Am Drehbuch von „Steirerkind“ wird bereits gearbeitet, „Steirerkreuz“ ist für eine Verfilmung optioniert. Bleibt zu hoffen, dass der ORF an seiner Planung festhält.

KB: Welche Art von Literatur lesen Sie sehr gern? Was finden wir bei Ihnen auf dem Nachttisch?

CR: Aktuell ganz viele Krimis. In diesem Jahr bin ich  Jury-Mitglied des Friedrich-Glauser-Preises, der jährlich vom Syndikat, der Autorengruppe deutschsprachiger Krimiautoren, vergeben wird. Daher lese ich gerade sehr viele Debütkriminalromane.

KB: Die Weinpresse ist ein online Magazin für Genusskultur im weitesten Sinne, vorrangig natürlich Wein, aber auch allem anderen Genuss offen stehend. Was bedeutet für Sie Genuss?

CR: Genuss ist für mich ein bewusstes Aufnehmen eines schönen Moments.

Als Wahl-Steirerin liebe ich die Steirische Küche, Steirischen Wein, vor allem Sauvignon Blanc, Morillon und Schilcher, der entgegen seines früheren reschen Charakters mittlerweile sehr angenehm zu trinken ist. Im Herbst freue ich mich auf den Schilchersturm mit geröstenen Edelkastanien. Einiges findet sich auch in meinem Reiseführer, den ich zusammen mit meinem Mann Hannes Rossbacher herausgebracht habe:  „Griaß eich in der Steiermark“, 2013 erschienen im Gmeiner Verlag.

KB: In „Steirernacht“ lädt eine der Hauptpersonen, nämlich Bernhard Faschingbauer, die Ermittler zu einem typisch steirischen Essen ein: Mostsuppe mit Hirschbirnknödel und nachher gibt’s Schnitzel mit Erdäpfelsalat.

Mögen Sie die steirische Küche auch?

CR: Selbstverständlich! Die steirische Küche ist hervorragend und die Hirschbirne an sich ganz außergewöhnlich. Es ist eine alte steirische Birnensorte, die nur im Naturpark Pöllauer Tal in diesem Ausmaß vorkommt, der Name kommt nicht, wie man glauben könnte, vom Wild, sondern von Herscht, das bedeutet Herbst. Die Hirschbirne gibt es nicht nur als Edelbrand, sondern auch als Gelee, als Mostsuppe, Essig – eben in ganz vielerlei Zubereitungen und alle sind köstlich und zu empfehlen.

KB: Wo würden wir Sie am ehesten treffen: Sternelokal oder Heuriger?

CR: Sowohl als auch. Mir ist beides sehr recht, es kommt immer auf die Situation und den Gusto an. Wobei man natürlich in der Steiermark nicht beim Heurigen sitzt, sondern im Buschenschank. Sehr zu empfehlen ist die „Hahnhofhütte“, ein Ausflugslokal am Reinischkogel. Dort gibt es regionale Speisen, beispielsweise Schweinsbraten im Holzofen oder grandiose Steirische Backhendln wie sie sein müssen : außen knusprig, innen saftig.

Auch sehr gut ist das „Wirtshaus Jagawirt“. Das ist das Mutterhaus vom „Steirerstöckl“ in Pötzleinsdorf in Wien. Ein wunderschönes Anwesen einerseits und eine tolle regionale Küche andererseits. Bekannt sind sie Schmankerln von den dort geborenen, freilebenden seltenen Schweinrassen, allen voran dem Waldschwein, einer Kreuzung aus Haus- und Wildschwein.

Gern essen wir auch bei der „Bio-AlmWassermann-Wirt“ am Reinischkogel, die sogar mit einer Haube ausgezeichnet wurde.

KB: Als gebürtige Wienerin sind Sie zwar ab und an in Wien, aber unterdessen mehr in der Steiermark. Was bedeutet Heimat für Sie? Wo sind Sie zuhause?

CR: Wien ist eine tolle Stadt, aber mit den Jahren bin ich eine regelrechte Landpomeranze geworden. Ich fühle mich sehr wohl in der Steiermark und im Schilcherland, wo ich jetzt lebe. Ich habe dort ein schönes Willkommen erfahren, wurde sehr herzlich aufgenommen und ich fühle mich da daheim. Früher war ich sehr viel auf Reisen in der Ferne, wir waren viel in der Karibik, aber inzwischen ist dies nicht mehr so. Alles hat seine Zeit im Leben, ich bin sehr gerne zuhause.

Heimat ist für mich dort, wo die Menschen sind, die ich mag. Allem voran mein Mann. Mit ihm fühle ich mich überall daheim.

KB: Morgen fahren Sie wieder in die Steiermark, die nächste Lesung ruft. Im nächsten Frühjahr erscheint der siebte Band der Steirerkrimis. Können Sie uns schon etwas dazu verraten?

CR: Eine Kleinigkeit vielleicht. Dieses Mal wird er auf der Eisenstraße spielen. Und der Titel wird wie immer mit „Steirer“ beginnen, aber was folgt, wird jetzt noch nicht verraten!

Herzlichen Dank an Claudia Rossbacher für diesen wunderbaren, inspirierenden Vormittag und das nette Gespräch!

Text: Bürger
bild: APA/Schedl

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