Angenehme und sehr genüssliche Überraschungen. Agro de Bazan.

Finca AgroDeBazan Vorab sei mir ein kurzes Statement zur Entstehung dieses Artikels gestattet: Üblicher Weise schreibe ich nur dann über einen Betrieb, wenn ich diesem auch höchstpersönlich einen Besuch abstattete. Dieses Mal kann ich diesem Grundsatz nicht zu hundert Prozent treu bleiben, da sich bis dato noch keine Gelegenheit für einen Besuch der beiden Weingüter von Agro de Bazán bot. Da ich aber die Produkte seit 2012 regelmäßig verkoste, sehr gute Kontakte mit den Betreibern pflege und ein lieber Freund für mich vor Ort recherchierte, muss ich diesmal einfach eine Ausnahme machen, denn Agro de Bazán und seine Weine haben sich eine Vorstellung hier in „DieWeinpresse“ absolut verdient.

Agro de Bazán und seine Geschichte: Agro de Bazán verwaltet zwei Kellereien, Granbazán in Galicien (D.O. Rias Baixas) und Mas de Bazán in Valencia (D.O. Utiel-Requena). Das Projekt Granbazán wurde 1981, mit einem für damalige Verhältnisse nicht alltäglichem Ziel, gestartet. In erster Linie konzentrierten sich die Betreiber auf die Rebsorte Albariño. Es sollten ausschließlich qualitativ hochwertige, naturnahe Weine produziert werden. Der önologisch korrekte Rebschnitt, sorgfältige Weingartenarbeit, rigorose Mengenreduktion und sehr schonender Umgang mit allen Ressourcen, sorgten bei der Weinindustrie Galiziens für verständnisloses Kopfschütteln. Auch wenn dieses Projekt für das eher kleine Weingut anfangs eine große Herausforderung darstellte, blieb es seinen Grundsätzen treu und kelterte geringe Mengen hochwertiger Albariños.

Agro de Bazán war in Galizien ein Pionier bei der Produktion qualitativ hochwertiger Weine. So ließen gerechtfertigte, internationale Auszeichnungen nicht lange auf sich warten.

Motiviert von diesem positiven Feedback, nahm Agro de Bazán die Herausforderung an und erwarb an der spanischen Ostküste einen „Massenweintempel“, der 1905 gebaut wurde, sich in bester Lage befindet und dessen Baustil nichts mit dem einer Weinfabrik zu tun hat. Es handelt sich in Wahrheit um eines der schönsten und modernsten Weingüter der Ostküste. Agro de Bazán produziert hier aber keine Massenweine, sondern autochthone Weine unterschiedlicher Vinifizierung, die das Terroir der Region D.O. Utiel-Requena eindrucksvoll repräsentieren.

Die regionstypischen Hauptsorten, Bobal und Tempranillo, werden reinsortig als Crianza ausgebaut. Aber auch internationale Rebsorten wie Merlot, Syrah und Cabernet werden reinsortig und als Cuvee vinifiziert. Besondere Jahrgänge werden als Reserva (Family Reserve) in Form einer Cuvee gewürdigt.

Fazit: Auch wenn Spanien längst nicht nur als Massenweinproduzent auftritt und es bereits sehr viele qualitätsorientierte Betriebe gibt, sind Betriebe wie Agro de Bazán aufgrund fehlender Produktionsmengen noch immer so etwas wie ein Geheimtip und im restlichen Europa leider wenig bis gar nicht bekannt. Angesichts der sehr guten Weine und des ebenfalls sehr guten Preis- Leistungsverhältnisses, eigentlich schade, dass es so ist!

Text: Andy Bigler Bild: Agro de Bazán

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